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Umstrittene Heim-Betreiberin: Ich bin ein Behörden-Opfer

Plau am See Umstrittene Heim-Betreiberin: Ich bin ein Behörden-Opfer

Unternehmerin gibt dubiose Pressekonferenz, der Kreis Rostock wolle sie „zerstören“

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Unternehmerin Ani Sargsyan

Quelle: gkw

Plau am See. Einen Tag nach der angekündigten Schließung von drei Pflegeeinrichtungen in Krakow am See und Güstrow durch den Landkreis Rostock trat gestern die Betreiberin an die Öffentlichkeit. Ani Sargsyan gab in einem Hotel in Plau am See eine Pressekonferenz. Bei der konfus wirkenden Veranstaltung beschuldigt ihr Anwalt, Peter-Michael Diestel, in markigen Worten die Behörden: „Es geht um die Zerstörung der Einrichtungen und der Arbeitsplätze.“ Seine Mandantin solle vom Markt gedrängt werden, alles sei „in höchstem Maße rechtswidrig“.

Ein größerer Teil der 30 Bewohner ist dement, wird bei der Veranstaltung deutlich. Der Landkreis will Mängel festgestellt haben: schlechte Hygiene, Fachpersonal und Brandschutz fehlen, ungeeignete Räume, Insgesamt stelle der Zustand „eine erhebliche Gefahr“ dar und sei „unwürdig“. Es fehlten auch die Zulassungen als Pflegeheime. Es gab Strafanzeigen, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Eine Zulassung durch die Heimaufsicht brauche sie nicht, sagt die Unternehmerin. Alle Vorwürfe seien falsch, von der angedrohten Schließung wisse sie nur aus den Medien. Die Bewohner lebten in Wohngemeinschaften und könnten Pflegeleistungen „dazukaufen“, von ihren Firmen oder anderen Pflegediensten. Sie sei nur die Vermieterin. Die Bewohner wären zufrieden. Das soll ein Zettel gegen die Schließung belegen, mit 20 Unterschriften. Ob alle Unterzeichner wussten, was sie unterschreiben, bleibt unklar.

Ein Angehöriger ist da und lobt die Einrichtung. Seine 81-jährige Mutter fühle sich wohl. Vom rigiden Vorgehen der Behörden fühle er sich persönlich angegriffen.

Die Betriebe fielen nicht das erste Mal auf. Die AOK Nordost und der Medizinische Dienst der Krankenkassen erhoben bereits ähnlich lautende Vorwürfe. Nach einem Vergleich seien die zurückgenommen worden, sagt die Unternehmerin. Zur Erklärung bietet sie eine Art Verschwörungstheorie: Landkreis, Staatsanwaltschaft, Medizinischer Dienst und AOK seien „vernetzt“. Ziel der Aktion: ihre menschenfreundlichen Unternehmen vom Markt drängen.

Die zart wirkende Frau hält lange Monologe, denen sich nur schwer folgen lässt. Viele Beschuldigungen fallen, ohne dass klar wird, wer gemeint ist. Anwalt Diestel spricht von Beweisen, die widerrechtlich mit versteckten Kameras erlangt worden sen solle. Von wem, möchte er nicht sagen.

Er bekomme „viel Geld“ von seiner Mandantin, um alle Fragen zu beantworten, sagt Diestel. Diese betreibe ihre Einrichtungen „mit viel Energie und kaufmännischem Erfolg“. Letzteres erscheint fraglich:

Die Güstrowerin ist an sechs Unternehmen beteiligt. Laut Creditreform liegen bei mindestens drei davon schuldnerregisterliche Einträge vor. Das heißt, Gläubiger haben anerkannte Forderungen, bekommen aber keinen Cent. Die Chefin selbst musste außerdem in den vergangenen zwölf Monaten viermal einem Gerichtsvollzieher Auskunft über ihre persönlichen Vermögensverhältnisse geben. Früher hieß das Offenbarungseid.

Der Gerichtsvollzieher kommt regelmäßig

6 Unternehmen werden von Ani Sargsyan betrieben, entweder als Inhaberin oder als geschäftsführende Gesellschafterin — unter anderem die Elisa Pflege- und Betreuungsdienst GmbH in Güstrow und die Wellnessoase Krakow GmbH. Finanziell ist sie überschuldet: Die Unternehmerin musste laut Creditreform in den vergangenen zwölf Monaten viermal einem Gerichtsvollzieher Einblick in ihre persönlichen Vermögensverhältnisse geben. Dreimal verweigerte sie das, einmal hieß das Ergebnis sinngemäß: kein Geld da. Auch drei ihrer Firmen haben Ärger mit gerichtlich anerkannten Gläubigern, die leer ausgehen.

Von Gerald Kleine Wördemann

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