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MV aktuell Unfall mit Geisterfahrer: Frau und Kind verletzt
Nachrichten MV aktuell Unfall mit Geisterfahrer: Frau und Kind verletzt
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00:01 27.10.2016
Horror-Crash in Stralsund: Die Einsatzkräfte konnten die Insassen der beiden Fahrzeuge retten. Drei Verletzte kamen in die Klinik. Quelle: Christian Rödel

Dramatisches Bild gestern Mittag auf einer der Hauptverkehrsadern Stralsunds: Flammen schießen in den Himmel. Eine schwarze Rauchwolke baut sich auf. Zwei zertrümmerte Autos, die offenbar gegeneinandergeschleudert wurden, stehen quer auf der Fahrbahn und haben Feuer gefangen. Überall sind Spuren des Zusammenstoßes zu sehen. Fassungslose Menschen stehen an der Unglücksstelle. Die Rettungskräfte treffen ein.

Verursacher war ein 35-jähriger Mann aus der Gemeinde Sundhagen / Er wurde ins Krankenhaus nach Greifswald geflogen / Fahrbahn mehrere Stunden gesperrt

Auch heute, einen Tag nach dem schlimmen Unfall, bei dem drei Menschen verletzt worden sind, steht die Frage: Wie konnte es passieren, dass ein 35-jährige Mann aus der Gemeinde Sundhagen als Geisterfahrer auf der vielbefahrenen Straße unterwegs war?

Frontal war der Mann in seinem Volkswagen Passat mit einem anderen Auto zusammengestoßen. Darin hatten sich eine 34-jährige Frau und ein fünfjähriges Kind befunden, die stadtauswärts in Richtung Grimmen unterwegs gewesen waren.

Einer der Wagen fing Feuer, Flammen zuckten aus dem Motorraum, griffen auf das zweite Fahrzeug über. Wenige Augenblicke später brannten beide Autos lichterloh. Glücklicherweise konnten die rasch eintreffenden Rettungskräfte alle Insassen rechtzeitig aus den Wracks befreien. Dennoch: Die Frau wurde leicht verletzt, der Junge erlitt schwere Verletzungen. Beide wurden ins Stralsunder Krankenhaus am Sund gebracht.

Der Geisterfahrer wurde laut Polizei schwerst verletzt. Er wurde nach der Erstversorgung im Stralsunder Klinikum ins Krankenhaus nach Greifswald geflogen. Die Polizei ermittelt jetzt, warum der Mann in der entgegengesetzten Fahrtrichtung unterwegs war. „Der 35-Jährige war nicht ansprechbar und hatte keine Papiere bei sich“, sagte Ilka Pflüger, Sprecherin der Polizeiinspektion Stralsund.

Ob Alkohol oder Drogen eine Rolle gespielt haben, sollen die weiteren Untersuchungen zeigen. Dass es sich um einen Suizidversuch gehandelt haben könnte, dafür gebe es laut Polizei noch keine Anhaltspunkte.

Knapp zwei Stunden lang war die Fahrbahn voll gesperrt. Ab etwa 14.15 Uhr wurde zumindest die Fahrbahn in Richtung Stralsunder Stadtzentrum wieder freigegeben. Die Fahrtrichtung Grimmen blieb weitere zweieinhalb Stunden gesperrt, wurde erst gegen 15.45 Uhr wieder freigegeben. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde wegen der Fahrbahnverschmutzung während des Einsatzes zeitweise von 100

Kilometer in der Stunde auf 50 km/h reduziert. Bis auf weiteres bleibt es nach Polizeiangaben auch dabei. Grund dafür sind Schäden an der Asphaltdecke aufgrund der starken Hitze.

Die Beamten des Polizeihauptreviers Stralsund, Kameraden der Feuerwehr Stralsund, Mitarbeiter des Rettungsdienstes und der Straßenmeisterei kamen zum Einsatz. Mitarbeiter der Dekra haben die Ermittlungen zur Unfallursache und dem -hergang vor Ort aufgenommen. Der entstandene Sachschaden wird nach Polizeiangaben auf etwa 40000 Euro geschätzt.

Robert Niemeyer und Marlies Walther

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