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MV aktuell Ungeklärte Verbrechen: Die Mörder leben unter uns
Nachrichten MV aktuell Ungeklärte Verbrechen: Die Mörder leben unter uns
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00:00 11.05.2017
Schwerin

Antje Mundstock, Claudia Lade, Kathrin Jarosch, Susann Jahrsetz, Anja Lutter, Simone Kohrs, Jana Klein, Regina Mehling: Sie alle wurden in den letzten Jahrzehnten getötet. Ihre Mörder sind bis heute nicht gefasst.

32

Morde und versuchte Morde konnten seit 1992 in MV nicht

aufgeklärt werden.

Insgesamt waren

in diesem Zeitraum

382 Menschen einem Mord und versuchtem Mord zum Opfer

gefallen.

350 der Fälle

(mehr als 90 Prozent) wurden aufgeklärt.

382 Frauen, Männer, Kinder und Babys sind seit 1992 laut Landeskriminalamt (LKA) in Mecklenburg- Vorpommern Mord und versuchtem Mord zum Opfer gefallen. Mehr als 90 Prozent (350 Fälle) konnten aufgeklärt werden. 32 der Tötungsverbrechen jedoch nicht.

„In MV sind die Mörder in den letzten Jahren dagegen allesamt ermittelt worden“, erklärt LKA-Sprecher Michael Schuldt: 2013 waren es drei Fälle, 2014 fünf, 2015 drei. Im letzten Jahr gab es in MV keinen Mord. Dazu kamen in den vier Jahren 18 versuchte Mordfälle, die ebenfalls alle aufgeklärt wurden. „Tötungsdelikte haben bei Ermittlungen absolute Priorität, weil das Leben das höchste zu schützende Rechtsgut ist“, sagt Schuldt. Und weil Mord nie verjährt, werden die Ermittlungen nie eingestellt. Ende der 1990er Jahre hat das Bundeskriminalamt (BKA) eine DNA-Analyse-Datei zur Identifizierung von Wiederholungstätern eingerichtet. Dazu existiert eine Datei mit Fingerabdrücken von etwa drei Millionen Menschen.

Dank eines Zeugen und einer neuen DNS-Analysemethode sind die beiden Mörder der Rostockerin Antje Struck elf Jahre nach ihrer Tat überführt worden. Lebenslang lautete schließlich 2008 das Urteil. Die 15-jährige Schülerin wurde am 6. Juli 1996 an einer Fußgängerbrücke zwischen den Stadtteilen Schmarl und Evershagen vergewaltigt und ermordet.

„Im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock gibt es gegenwärtig acht unaufgeklärte Tötungsverbrechen“, berichtet Sprecherin Isabel Wenzel. Die Kriminalpolizeiinspektion (KPI) Rostock sei für drei Fälle zuständig, darunter Christin Malchow (ermordet am 18. Juli 2007 bei Kröpelin). Die KPI Schwerin bearbeite die Fälle Antje Mundstock (12. Juli 1991 in Crivitz), Claudia Lade (30. Juni 1991 in Schwerin) und Kathrin Jarosch (21. Januar 1989 bei Lübz). Auch zum Tod zweier Babys wird ermittelt: Einen Säugling fand ein Angler im Dezember 2011 an der Stepenitz in Nordwestmecklenburg. Das andere Baby wurde am 1. März 2017 bei Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) entdeckt.

Die Kriminalisten des Polizeipräsidiums Neubrandenburg lassen bei 14 ungeklärten Morden nicht locker. Unter anderem in den Fällen Jana Klein (ermordet am 15. August 2000 bei Greifswald) und Regina Mehling (3. Mai 1994 in Greifswald) würden die Ermittlungen andauern, erklärt Sprecherin Nicole Buchfink. „Wir gehen auch bei der vermissten Gerda Wiese von einem Gewaltverbrechen aus“, sagt sie.

Gerda Wiese aus Priborn (Mecklenburgische Seenplatte) war im Dezember 2015 spurlos verschwunden. Seiten 6 und 8

Bernhard Schmidtbauer

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