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MV aktuell Uni Rostock im Endspurt um Fördermillionen für Forschung
Nachrichten MV aktuell Uni Rostock im Endspurt um Fördermillionen für Forschung
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00:05 20.03.2017
Zum geplanten Cluster gehört auch der Rostocker Forschungsmotor zur Emissionsmessung bei Schiffen. Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Rostock

. Unter Führung der Universität Rostock laufen derzeit an mehreren Instituten der Hansestadt die Vorbereitungen für die Bewerbung um ein sogenanntes Exzellenzcluster auf Hochtouren. Das Projekt stehe unter dem Motto „Die Küstengesellschaft im Wandel“, sagte der Prorektor für Forschung, Udo Kragl. Dabei gehe es um das Wechselspiel an der Küste zwischen der technischen Nutzung wie etwa dem Schiffbau oder der Nutzung der Windenergie mit den Lebensgesellschaften in Küstennähe oder im küstennahen Wasser.

Die Forscher wollen dabei überprüfen, wie Tiere und Pflanzen auch durch den Eintrag von Nähr- und Schadstoffen beeinflusst werden – und letztlich auch, wie die menschliche Gesellschaft damit umgeht. Ein zentraler Punkt der auf mehrere Jahre ausgelegten Arbeit sei die Erfassung und Verwertung der riesigen Datenmengen, sagte Kragl.

„Wir können wesentliche Teile der Rostocker Forschungsaktivitäten in die Waagschale werfen“, betonte Kragl. Dabei müsse Rostock mit einem starken Konkurrenzkampf rechnen. Bundesweit gebe es aktuell 190 Absichtserklärungen, von denen etwa 40 bis 50 gefördert würden. Den finanziellen Rahmen des Projekts bezifferte er auf 40 Millionen Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren. Bis zu 60 Projektstellen könnten geschaffen werden.

Neben mehreren Instituten der Universität seien das Thünen-Institut für Ostseefischerei, das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde oder das Max-Planck-Institut für demografische Forschung beteiligt. Begleitet werde das Projekt durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie. Die Bewerbung sei das Resultat der Gründung der interdisziplinären Fakultät im Jahr 2007 mit ihren Profillinien „Leben, Licht und Materie“, „maritime System“, „Altern des Individuums und der Gesellschaft“ sowie „Wissen-Kultur-Transformation“. „Über die ganzen Jahre hinweg sind Netzwerke geschmiedet worden, diese Arbeit trägt nun Früchte“, sagte Kragl.

Bei der Bewerbung gehe es nicht wie bei der klassischen Forschungsförderung um Einzelprojekte, erklärte Kragl. „Es handelt sich um die Schaffung eines Strukturwandels in der Universität.“ Die Anträge für die Exzellenzcluster müssen bis zum 3. April eingereicht sein, im September soll die Entscheidung fallen. Vom 1. Januar 2019 an geht es dann bundesweit für die Dauer von sieben Jahren um insgesamt 3,73 Milliarden Euro.

Mit den Exzellenzclustern sollen an deutschen Universitätsstandorten international sichtbare und konkurrenzfähige Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen etabliert und vernetzt werden. Die Exzellenzcluster sollen wichtiger Bestandteil der strategischen und thematischen Planung einer Hochschule sein, ihr Profil schärfen und Prioritäten setzen.

Sie sollen darüber hinaus für den wissenschaftlichen Nachwuchs exzellente Förder- und Karrierebedingungen schaffen. Zusammen mit den Graduiertenschulen und den Zukunftskonzepten zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung tragen Exzellenzcluster dazu bei, den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Joachim Mangler

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