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Unimedizin Greifswald: Hohe Verluste trotz Patienten-Rekords

Greifswald Unimedizin Greifswald: Hohe Verluste trotz Patienten-Rekords

Das Klinikum behandelte im vergangenen Jahr 169000 Menschen und steigerte den Umsatz. Dennoch gab‘s ein Defizit. Kooperationen mit anderen Häusern sollen nun helfen.

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Dr. Thorsten Wygold ist der Ärztliche Vorstand.

Greifswald. Für die Universitätsmedizin Greifswald, mit rund 5000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Region, war 2014 in vielen Bereichen eines der erfolgreichsten Jahre in ihrer Geschichte. Dennoch muss der Vorstand am Ende rote Zahlen im Etat konstatieren.

Internationale Forschungsprojekte wurden ausgebaut, die Zahl der behandelten Patienten stieg auf 169000 und liegt damit nochmals um 2000 höher als im Jahr 2013. Der Umsatz konnte um elf Millionen auf 190,8 Millionen Euro gesteigert werden, wie der Vorstandsvorsitzende der Unimedizin, Prof. Reiner Biffar, während des gestrigen Neujahrsempfangs betonte.

Aber: Die Miesen machen Sorgen. Sylvia Langer, kommissarischer kaufmännischer Vorstand, bestätigt ein Defizit von mehreren Millionen Euro. Der Jahresabschluss liege noch nicht vor, das Minus schwanke zwischen ein- und zweistellig. Gründe für das Negativergebnis sind nach Aussage von Thorsten Wygold, Ärztlicher Vorstand der Unimedizin, „die generelle Unterfinanzierung von Universitätsklinika sowie eine nicht ausreichende Vergütung der erbrachten medizinischen Leistungen. So wurden in der Hochschulambulanz 41000 Fälle behandelt, aber nur 29000 wurden vergütet.“ Außerdem werde pro Fall nur eine Pauschale von 50 Euro gezahlt, selbst wenn die Kosten in der ländlichen vorpommerschen Region höher seien. Auch die Tarifsteigerungen sowie stark rückgängige Fallzahlen im Kreiskrankenhaus Wolgast, dessen Gesellschafter die Unimedizin ist, hätten dazu beigetragen.

Das Uniklinikum Rostock schließt 2014 offenbar mit Gewinn ab. Konkrete Zahlen will Harald Jeguschke, Kaufmännischer Vorstand der Universitätsmedizin Rostock, aber nicht nennen. „Das Jahresergebnis wird 2014 wie in den vergangenen neun Jahren positiv sein. Allerdings bekommen auch wir zu spüren, dass die Kosten der Universitätskliniken in Deutschland wegen der besonderen Aufgaben der Hochschulmedizin allgemein stärker steigen als die Einnahmen.“

Im Greifswalder Klinikum wird jetzt nach Sparpotenzialen gesucht, Entlassungen seien kein Thema. „Was wir brauchen, ist eine stärkere Kooperation der Krankenhäuser in Vorpommern“, so Wygold. Als Beispiel nannte er die Zusammenarbeit der Greifswalder mit dem Herzklinikum Karlsburg.

Die Universitätsmedizin kenne die Verantwortung für die Region und nehme sie auch wahr. Allerdings sei Fakt, dass nicht mehr an allen Standorten der Region universitäres Versorgungsniveau angeboten werden müsse. „Die Realität sieht doch so aus, dass die Menschen bei schweren Erkrankungen das Uniklinikum aufsuchen“, betonte Wygold. Er nahm damit Bezug auf die Querelen um die Kinderstation des Ameos-Krankenhauses Anklam, die Greifswalder Mediziner betreuen. Zu Jahresbeginn gab es dort keine Wochenenddienste mehr, weil kaum Patienten kamen.

Umsatz deutlich gesteigert
169 000 Patienten — 2000 mehr als im Jahr vorher — wurden 2014 in den zur Universitätsmedizin gehörenden Kliniken und Ambulanzen behandelt.
191 Millionen Euro betrug der Umsatz aus Krankenhausleistungen — elf Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Dennoch bleibt am Ende ein Defizit von mehreren Millionen.

 



Cornelia Meerkatz

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