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MV aktuell „Unis sind Scheidungskinder“
Nachrichten MV aktuell „Unis sind Scheidungskinder“
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00:05 12.12.2017
Greifswald

. Wissenschaftsministerin Birgit Hesse (SPD) und Vertreter von Hochschulen haben ein stärkeres Engagement des Bundes bei der Finanzierung von Universitäten und Hochschulen gefordert. „Der Bund muss deutlich mehr anpacken“, sagte Hesse gestern auf einer Konferenz in Greifswald. Mit der Föderalismusreform von 2006 gebe es einen nahezu unüberwindlichen Zaun für den Bund. Zwar habe der Bund durch die Änderung des Grundgesetzes 2015 die Möglichkeit, sich auch längerfristig in die Finanzierung der Hochschulen einzubringen.

Rektorin der Universität Greifswald, Professorin Johanna Eleonore Weber Quelle: Foto: Sybille Marx

Offen sei aber bislang, wie dies geschehen solle.

Als Träger der Hochschulen stellen die Bundesländer die Grundfinanzierung der Hochschulen sicher. Zu Beginn des Jahres 2015 trat eine Grundgesetzänderung in Kraft. Während der Bund in der Vergangenheit nur im Bereich der Forschung mitfinanzieren durfte, kann er nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz nun auch zur Finanzierung der Lehre beitragen.

Hesse forderte, dass die neue Bundesregierung die Weichen für die Zeit nach dem Auslaufen des Hochschulpaktes im Jahr 2020 stelle. Keinem Bürger sei vermittelbar, dass in bestimmten Bereichen das Land und in anderen der Bund die Verantwortung trage. „Der Bürger will, dass sich der Staat insgesamt beteiligt.“ Rund 150 Fachleute diskutierten unter dem Motto „Der Bund muss mit ins Boot“

darüber.

Die Rektorin der Universität Greifswald, Professorin Johanna Eleonore Weber, verglich die Lage der Hochschulen mit der von Scheidungskindern. „Die Hochschulen sind wie Scheidungskinder, die ohnmächtig zuschauen, wie sich die Eltern im Sorgerechts- und Unterhaltsstreit fetzen.“ Neben der Forschung und Lehre sorgten Hochschulen für Internationalisierung, seien ein Anker für bürgerliches Engagement, betonte Weber eindringlich.

Martina Rathke

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