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Unsere Alleen sterben – pro Jahr verschwinden 10 000 Bäume

Unsere Alleen sterben – pro Jahr verschwinden 10 000 Bäume

Rügener Initiative verlangt von Minister Pegel, dass neue Bäume gepflanzt werden

Rügen. Die Deutsche Alleenstraße weist immer mehr Lücken auf. „Es gibt schon Bereiche, da verdient sie schon kaum noch ihren Namen“, kritisiert Corinna Cwielag, Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Mecklenburg-Vorpommern besitzt nach Brandenburg den größten Abschnitt dieses grünen Bandes, das Deutschland von Rügen bis zum Bodensee durchzieht.

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Rügener Initiative verlangt von Minister Pegel, dass neue Bäume gepflanzt werden

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Von Rügen bis Bodensee

2900 Kilometer lang ist die Deutsche Alleenstraße, die die Ostsee mit dem Bodensee verbindet. 295 Kilometer davon verlaufen in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt sind von den 5290 Kilometern Bundes- und Landesstraßen in MV 2144 Kilometer Alleen oder Baumreihen. Ziele der „Alleenstraßen“-Initiative sind Erhalt und Wiederherstellung der an vielen Stellen zerstörten Alleen.

„Inzwischen fragen Urlauber enttäuscht, was Alleenstraßen-Schilder sollen, wenn ganze Bereiche bereits fehlen“, meint Cwielag. Bei Feriengästen gehören Alleen zu den in Mecklenburg-Vorpommern am meisten geschätzten Naturgütern, bestätigt Tobias Woitendorf vom Landestourismusverband.

Die Umweltorganisation BUND verfolgt mit Sorge, dass die grünen Markenzeichen des Landes schwinden. „Wir verlieren pro Jahr bis zu 10000 Alleebäume“, beklagt Corinna Cwielag. Ein Großteil der bis zu 200 Jahre alten Bäume sterbe ab, weil sie die Wurzelbeschädigungen bei Bauarbeiten oder den Einsatz von Tausalz nicht verkraften. Andere würden gefällt, weil sie beim Straßenbau stören, weiß die Umweltschützerin. Zwar gebe es Nachpflanzungen, doch die würden die Verluste nicht ausgleichen.

Auf Rügen befürchten Anwohner und Unternehmer, dass die Insel durch das Sterben der Alleen an Attraktivität verliert. „Damit schwindet auch eine Grundlage für unseren wirtschaftlichen Erfolg“, sagt Axel Kajahn (54), der in Prosnitz auf Rügen ein Gutshaus-Hotel betreibt. „Allein auf den 30 Kilometern zwischen Altefähr und Putbus fehlen rund 500 Bäume.“ Deshalb engagiert er sich in einer Initiative, die sich für die Wiederbepflanzung der Allee an der L 29 einsetzt. Zu dieser Initiative gehören Einwohner, Touristiker, Kommunalpolitiker und 32 Unternehmer der Region. Seit März sammelten sie mehr als 1700 Unterschriften, die heute in Schwerin dem Minister für Infrastruktur und Landesentwicklung, Christian Pegel (SPD), übergeben werden. „Der Minister soll das Stralsunder Straßenbauamt anweisen, die Lücken in der Allee zu schließen, damit ab Herbst endlich neue Bäume gepflanzt werden können“, verlangt Hotelier Kajahn als Sprecher der Initiative. Eine Bundesweite Richtlinie zur Verkehrssicherheit blockiert bisher an vielen Straßen das Pflanzen von Bäumen.

Der BUND unterstützt das Engagement der Rüganer, geht in seiner Forderung aber weiter. „Wir erwarten, dass in ganz Mecklenburg-Vorpommern die Lücken in Alleen wieder bepflanzt werden“, sagt Geschäftsführerin Cwielag. Fürsprache bekommen die engagierten Bürger von Landesumweltminister Till Backhaus (SPD). Der hebt den ökologischen Wert der Alleen hervor: „Die Bäume mindern Verkehrslärm, filtern Feinstaub und binden Kohlendioxid.“ Auf Initiative von Backhaus befassen sich heute und morgen auch die Umweltminister der Bundesländer in Berlin mit dem Alleenschutz. Seite 2

Elke Ehlers

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