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Unsichere Zeiten sorgen für volle Schließfächer

Rostock Unsichere Zeiten sorgen für volle Schließfächer

In manchen Banken werden die Safes schon knapp / Verbraucherzentrale rät vom Einlagern von Bargeld ab

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Ein Schließfach bei einer Bank ist sicher — wohl auch sicherer als ein Safe zu Hause.“ Axel Drückler, Verbraucher- zentrale MV

Rostock. Angesichts steigender Einbruchszahlen halten viele Menschen in MV ihre eigenen vier Wände offenbar nicht mehr für sicher: Die Banken melden eine große Nachfrage nach Schließfächern. Mancherorts werden freie Fächer bereits knapp. Die niedrigen Zinsen tun ihr Übriges: Statt das Geld auf dem Konto zu lassen, kaufen viele Kunden Wertgegenstände und schließen sie weg. Oder sie legen gleich ihr Bargeld in den Safe.

„Wir verzeichnen aktuell eine anziehende Nachfrage nach Schließfächern“, sagt etwa Mathias Paulokat, Sprecher der Commerzbank in MV. „In unseren 13 Filialen im Bundesland halten wir insgesamt knapp 1000 Fächer vor, wobei der Großteil bereits fest vermietet ist.“

Auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken gibt es kaum noch freie Fächer: „Unsere Kapazitäten sind nahezu voll ausgelastet“, sagt Sprecherin Ann-Kristin Kleinschmidt. Dies sei allerdings keine neue Entwicklung, die Nachfrage sei schon länger hoch.

Das gilt auch für die größte Sparkasse des Landes, die Sparkasse Vorpommern mit rund 9000 Schließfächern: „Die Auslastung ist von Filiale zu Filiale unterschiedlich. Während an manchen Standorten eine Auslastung von nahezu 100 Prozent zu verzeichnen ist, haben andere noch freie Kapazitäten“, sagt Sprecherin Kati Ambrosat. „Die Nachfrage ist in der letzten Zeit aber nicht spürbar angestiegen.“

Nach einer Umfrage des „Handelsblatts“ sind deutschlandweit bei jedem vierten der befragten Kreditinstitute Schließfächer fast oder beinahe ausgebucht. Als wesentlichen Grund für das große Interesse an Schließfächern führen mehrere Geldhäuser an, dass viele Kunden Angst vor Einbrüchen hätten und ihre Wertgegenstände nicht daheim aufbewahren wollen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr erneut deutlich angestiegen und hat einen Rekordwert von rund 167000 erreicht. Axel Drückler, Finanzfachberater bei der Verbraucherzentrale MV, betont: „Ein Schließfach bei einer Bank ist sicher — wohl auch sicherer als ein Safe zu Hause.“ Einen bestimmten Mindestwert, ab dem sich ein Schließfach lohne, gebe es nicht: „Oft haben Gegenstände ja einen ideellen Wert, etwa ein Erbstück von der Oma. Das möchte man unabhängig vom materiellen Wert sicher verwahrt wissen.“

Allerdings müsse der Bankkunde auch bedenken, dass die im Schließfach gelagerten Dinge nicht rund um die Uhr zugänglich sind: „Wenn man etwas plötzlich braucht und die Filiale geschlossen hat, hat man Pech gehabt“, sagt Drückler.

Bargeld ins Schließfach zu legen, ist nach Ansicht des Experten nicht sinnvoll: „Solange es auf dem Girokonto keine Negativzinsen gibt oder die Kontoführungsgebühren deutlich erhöht werden, sollte man das Geld auf dem Konto liegen lassen.“ Selbst wenn es derzeit praktisch keine Zinsen gebe, verursache dies im Gegensatz zum Schließfach wenigstens keine zusätzlichen Kosten.

Von Axel Büssem

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