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Unternehmer: Pegel soll A 20 zur Chefsache machen

Tribsees/Schwerin Unternehmer: Pegel soll A 20 zur Chefsache machen

Die Opposition fordert Sanierung nach bewährter Art. Die Wirtschaft sieht Vorpommern weiter abgehängt.

Tribsees/Schwerin. Das Desaster um die Autobahn 20 bei Tribsees (Vorpommern-Rügen) verärgert viele Menschen in Mecklenburg- Vorpommern – Unternehmer, Touristiker, Politiker. In der Nacht zu Dienstag war nahe der Trebeltalbrücke ein etwa 400 Quadratmeter großes Stück der Autobahntrasse abgerutscht (die OZ berichtete).

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) kündigt an, bei der Sanierung des Autobahnabschnitts zur althergebrachten Bauweise zurückzukehren. „Wir werden jetzt nachträglich eine traditionelle Moorbrücke errichten müssen“, sagt Pegel. Damit bestätige sich in dem Fall leider die Redewendung: „Wer billig kauft, kauft doppelt.“ Beim Bau der A 20 bei Tribsees sei ein „neues innovatives System“ angewendet worden. Statt der traditionellen Bauweise einer Moorbrücke mit mächtigen Betonpfeilern seien sehr viel schlankere Säulen, aber wesentlich mehr davon, eingesetzt worden, um die Straße zu tragen. Ob dort eine Behelfsbrücke errichtet wird, werde geprüft.

Die Schäden an der A 20 bei Tribsees sorgten gestern auch im Verkehrsausschuss des Landtags für Diskussionen. „Der Bund ist als Bauherr verantwortlich, nicht das Land“, sagt Stephan J. Reuken, verkehrspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. Eine Regresspflicht greife nicht mehr, da nach fünf Jahren die Verjährung einsetzt. „Die Landesregierung muss schnellstmöglich eine tragfähige Übergangslösung finden und umsetzen“ fordert Reuken. Eine provisorische Umgehungsstraße nach bewährter Bauweise und eine Behelfsbrücke seien die ersten Schritte. Bei der Beseitigung der Schäden müsse man „auf gute und bewährte Methoden setzen, nicht auf die billigste Lösung“.

Das Wichtigste sei, zur konservativen, über Jahrzehnte erprobten Methode der Untergrundsicherung zurückzukehren, betont Mignon Schwenke, verkehrspolitische Sprecherin der Linksfraktion. Der Wiederaufbau werde Jahre dauern und riesige Summen verschlingen. Die „Belastungen für die Ortschaften und deren Einwohner entlang der Umleitungsstrecke“ müssten so gering wie möglich gehalten werden, sagt sie. Dafür seien zeitweilige Umgehungsstraßen und eine Behelfsbrücke notwendig.

„Wir haben bereits die Dauerthemen Petersdorfer Brücke und die generell mäßige Erreichbarkeit – per Zug oder Flugzeug – zu stemmen“, kritisiert Tobias Woitendorf, Sprecher des Tourismusverbandes MV.

Daher sollte schnell Abhilfe geschaffen werden.

Für die Unternehmen im Land hängt von der schnellen Behebung der Schäden an der A 20 sogar die weitere wirtschaftliche Entwicklung einer ganzen Region ab. „Gerade der Landesteil Vorpommern wird die Folgen zu tragen haben, ganz zu schweigen von den Gemeinden entlang der Umleitungsstrecke“, erklärt Sven Müller, Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände für MV. Die Sanierung der A 20 im Bereich Tribsees müsse Verkehrsminister Pegel zur „Chefsache“ machen. Die dauerhafte Beeinträchtigung der Ostseeautobahn stelle eine enorme Belastung für die Firmen und ihre Mitarbeiter dar.

Bernhard Schmidtbauer

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