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MV aktuell Unternehmer und Touristiker lehnen „Blaues Band“ ab
Nachrichten MV aktuell Unternehmer und Touristiker lehnen „Blaues Band“ ab
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00:01 27.10.2016

Touristiker und Unternehmer aus MV wehren sich gegen das „Blaue Band“. Das Bundesprogramm sieht eine Reform der Wasserstraßen vor. Und die gefährde Hunderte Arbeitsplätze im Land, warnt die Industrie- und Handelskammer (IHK) für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. Denn alle Wasserwege, die nicht wichtig für den Güterverkehr sind, will der Bund künftig nicht mehr pflegen und der Renaturierung überlassen. Schleusen und Wehren sollen zurückgebaut werden. Das würde das Aus vieler Motorboote bedeuten. Darunter leiden könnten viele traditionelle Wasserreviere, wie die Peene und die Mecklenburgische Seenplatte.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass die Lebensadern der ländlichen Regionen einfach abgeschnitten werden“, sagt Bernd Fischer, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes. Das Konzept sei ein massiver Eingriff in die Entwicklung einzelner Bundesländer, doch die seien im Vorfeld nicht gefragt worden. Um die Pläne zu verhindern, soll am 25. November in Berlin ein Treffen mit verschiedenen Mitgliedern von Bundesausschüssen stattfinden. „Wir wollen ihnen verdeutlichen, wie wichtig unsere Wasserstraßen für den Tourismus und die Wirtschaft sind“, ergänzt Fischer. Unterstützung bekommt er von Ralf Pfoth von der IHK in Neubrandenburg: Mehrstellige Millionenbeträge seien in Sportboothäfen, Hotels und Wasserwanderrastplätze investiert worden. Das dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. 

Das „Blaue Band“ ist 2008 vom Bundesumweltministerium für ein 2800 Kilometer langes Nebennetz von Wasserstraßen aufgelegt worden. Daneben gibt es noch das Wasserstraßenkonzept des Bundesverkehrsministeriums. Konkret befürchten Touristiker, dass die mit der Renaturierung verbundenen Naturschutzauflagen noch höher werden und damit eine touristische und eine wirtschaftliche Nutzung – wie beispielsweise auf der Peene – nicht mehr möglich ist. Denn von Demmin (Mecklenburgische Seenplatte) aus werden jährlich gerade einmal 20000 Tonnen über den Wasserweg transportiert.

Damit dürfte der Küstenfluss nicht zu den wichtigen Güterverkehrsstraßen gehören und aus dem Programm herausfallen. Welche Flüsse betroffen sind, soll am Jahresende bekanntgegeben werden.

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums erklärt, dass die Mittel für Betrieb und Unterhaltung von für Freizeitzwecke genutzte Wasserwege künftig überwiegend über den Bundeshaushalt kommen sollen. Es werde erstmals ein eigener Haushalt für die touristisch genutzten Wasserstraßen eingeführt. IHK-Experte Pfoth bemängelt, dass im Konzept keine konkreten Aussagen zu Wasserwegen stünden: „Da werden Nebelkerzen geworfen.“ Andererseits würden Bootsvermieter und Tourenanbieter wie an der Peene schon durch Naturparkverwaltungen und Eigentümer eingeschränkt. Derzeit werde ein Papier erarbeitet, mit dem die neue MV-Landesregierung in Berlin konkrete Aussagen einfordern wolle. Das Wasserstraßennetz zwischen Hamburg, Schwerin, der Müritz und Berlin müsse erhalten bleiben. Unterstützung gibt es vom Bundesland Brandenburg.

Kerstin Schröder

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