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Urabstimmung über Arndt?

Greifswald Urabstimmung über Arndt?

Prorektor der Uni Greifswald wünscht sich Namen „ohne Beipackzettel“

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Der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

Quelle: Keystone

Greifswald. Die zwölf studentischen Senatoren sind sich einig: Ernst Moritz Arndt, der Patron der Greifswalder Universität, muss endlich weg. Im 36-köpfigen Hochschulparlament fanden sie gestern viele Unterstützer für dieses Anliegen. Es ist nach 2001/2 und 2009/10 der dritte Anlauf gegen Arndts Patronat. Beide Male überstand Ernst Moritz Arndt die Attacken gegen sein Patronat Der Senat beschloss nach längerer Debatte bei drei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen die Organisation einer hochschulöffentlichen Informationsveranstaltung zu Leben, Werk und Bedeutung des streitbaren und wortgewaltigen Pommern. Der frühere Greifswalder Geschichtsprofessors galt 1856 wegen seines Engagements für die deutsche Einheit und gegen Napoleon als nationale Ikone, Er wurde darum zur 400-Jahr-Feier der Hochschule durch die Aufnahme als Vertreter der Greifswalder Philosophischen Fakultät am Rubenowdenkmal geehrt. Seinen Namen trägt die Uni seit 1933. Dass Hermann Göring die Verleihungsurkunde unterzeichnete, führen die Arndt-Gegner auch in der aktuellen Debatte an.

Mit Arndt könnten sich nicht alle Hochschul-Angehörigen identifizieren, meint Prorektor Micha Werner. Er wünsche sich unabhängig von der Bewertung Arndts einen Namen, für den man „keinen Beipackzettel“ benötige. Damit spielte der Philosophie-Professor auf die Ausführungen zu Arndt auf der Internetseite der Hochschule an. Auch Rechtsprofessor Heinrich Lang hat große Probleme mit dem Namen. Er passe nicht zu einer weltoffenen Hochschule. Dessen „antisemitische Äußerungen sind ein großes Übel.“ In vergangenen Debatten wurde auch mit dessen „Franzosenfresserei“ gegen Arndt argumentiert.

Ursprünglich hatten die studentischen Senatoren beantragt, dass das Rektorat eine Urabstimmung zur Beibehaltung oder Ablegung des Namens im Januar 2017 plant. Das Votum sollte in drei Statusgruppen (Professoren, Mitarbeiter und Studenten) erfolgen. Das wäre basisdemokratisch, argumentierte der studentische Senator Hannes Nehls. Die Urabstimmung wurde nicht beschlossen, bleibt aber eine Möglichkeit. E. Oberdörfer

OZ

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