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Urlaub im Silo: Alte Getreide-Speicher wiederbelebt

Wismar Urlaub im Silo: Alte Getreide-Speicher wiederbelebt

Wismar verkauft denkmalgeschützte Hafengebäude an Investoren

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Passanten gehen im Stadthafen von Wismar am sanierten „Thormann-Speicher“ (l.) und einem früheren Getreidespeicher vorbei. FOTO: JENS BÜTTNER/DPA

Wismar. Im Alten Hafen von Wismar sehen Besucher „Rot“: Wuchtige Bauten aus Backstein prägen die Kulisse der mecklenburgischen Hansestadt. Seit einem Vierteljahrhundert haben die gigantischen Getreidesilos an der Waterkant endgültig ausgedient. Gelagert wird dort nichts mehr.

Jetzt entstehen hier Ferienwohnungen. Die Wismarer HW Leasing GmbH kaufte das einzige nicht denkmalgeschützte Kornlager. Doch ein Umbau ließ sich aus statischen Gründen nicht realisieren, erklärt Geschäftsführer Thomas Agerholm. Das Haus wurde bis auf Keller und Fundament abgerissen und in alter Gestalt für gut sieben Millionen Euro neu errichtet. Mieter sind die Arbeitsagentur, eine IT-Firma und eine Physiotherapie-Praxis. In zwei barrierefreien Ferienwohnungen fanden die ersten Touristen Unterkunft direkt an der Kaikante.

„Wir haben gezeigt, dass wir so etwas bauen können“, sagt Agerholm. Der nächste Backstein-Speicher müsse als Denkmal erhalten und dabei für die neue Funktion mit Fenstern, Böden, Wänden, Treppen, Aufzügen versehen werden. Dauer-Wohnungen neben dem Seehafen sind allerdings laut Bebauungsplan nicht erlaubt, erklärt ein Sprecher der Stadt.

Umgebaut wird derzeit bereits das erste unter Denkmalschutz stehende Großlager in Wismar, der sogenannte „Ohlerich-Speicher“ von 1938. Das Gebäude wurde vor zwei Jahren von der Besitzer-Familie, nicht von der Stadt, an Investoren veräußert. Mittlerweile wird es saniert und aufwendig umgerüstet. 48 luxuriöse Ferien-Appartements sollen entstehen, vor allem für Kapital-Anleger. Wann diese fertig sind, ist indes noch unklar.

Im nächsten Jahr wolle die Stadt die letzten Speicher verkaufen, sagt Sprecher Marco Trunk. Der „Löwe-Speicher“, erbaut in den 1930er Jahren, soll mit gut 600 000 Euro aus dem Landeshaushalt gesichert und dann verkauft werden. Ebenso beschloss die Bürgerschaft Mitte Dezember, den „Kruse-Speicher“ von 1940 samt Sozial- und Trafo-Gebäuden abzugeben. Einen weiteren Käufer sucht die Stadt seit Jahren für den 2011 mit Millionen-Aufwand sanierten „Thormann-Speicher“ von 1862, den ältesten der historischen Silos in Wismar.

Mit Argusaugen überwacht Wismars Denkmalschützer Thorsten Günter die Entwicklungen im Alten Hafen. „Die Geschichte dürfen wir nicht ausradieren“, betont der Architekt. „Aber die Zeit geht weiter, Technologien ändern sich, in die Silos sollen jetzt Menschen statt Getreide rein, so müssen die Gebäude der Nutzung angepasst werden.“ Grit Büttner

OZ

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