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Urlauber sind in Bayern zufriedener als in MV

Rostock Urlauber sind in Bayern zufriedener als in MV

Studie sieht starke Entwicklung auch in Schleswig-Holstein / Touristiker im Nordosten suchen nach neuem Konzept

Rostock. Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern jagt von Rekord zu Rekord. Experten warnen jedoch: Das Wachstum brauche eine solide Basis und sei kein Selbstläufer. Die Touristen in Schleswig-Holstein und Bayern waren einer Studie zufolge im vergangenen Jahr mit ihrem Urlaub erstmals zufriedener als die Gäste in MV. Das jedenfalls will das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) herausgefunden haben. Diese Entwicklung gebe zwar noch keinen Anlass zur Sorge, sagt dwif-Geschäftsführer Mathias Feige. Aber es sei ein wichtiges Signal. „Die Wettbewerber haben sich sehr stark entwickelt und geben sich extrem viel Mühe.“

Mecklenburg-Vorpommern dürfe die bisherigen Erfolge nicht aufs Spiel setzen. Andere Regionen hätten sich in früheren Jahren ausgeruht und dann an Boden verloren. Feige warnt: „Unter der schönen Oberfläche gibt es Warnsignale.“

Angst müssen die Touristiker in MV jedoch nicht haben. Davon ist Tobias Woitendorf, Sprecher des Landestourismusverbandes, überzeugt. Denn die Ausgangsbasis für ein neues Konzept ist gut. Erst im Juli gab es ein Übernachtungs- Plus von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, aller Voraussicht nach wird für 2016 die Rekordmarke von über 30 Millionen Übernachtungen erreicht. „Die Tourismuswirtschaft ist einer der stärksten Wirtschaftszweige im Land. Sie beeinflusst zudem andere Branchen wie Handwerk, Bau und Verkehr positiv“, so Woitendorf.

Die Touristen geben nach der dwif-Analyse im Jahr knapp acht Milliarden Euro für den Konsum aus, der Großteil davon für Unterkunft und Bewirtung. Die gesamte touristische Wertschöpfung wurde mit 4,1 Milliarden Euro angegeben, das sind rund zwölf Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung im Land. Rund 131 000 Menschen seien im Tourismus tätig. Das sind knapp 18 Prozent aller Erwerbstätigen in Mecklenburg-Vorpommern.

Eines der zentralen Probleme, dem sich die Nordost-Tourismusbranche stellen muss, sei laut Mathias Feige die Erreichbarkeit: „Zwar ist Mecklenburg-Vorpommern wegen der großen Distanzen immer ein Ziel, das mit dem Auto angefahren wird. Es könnten jedoch Anreizsysteme geschaffen werden, damit der eine oder andere doch mal das Auto stehen lässt.“ Dabei gehe es zum Beispiel um Elektromobilität oder fahrscheinlosen Nahverkehr. „Solche Dinge existieren in anderen Regionen schon längst“, betont Feige.

„Das Ziel bei der Tourismuskonzeption ist es, nicht nur ein Papier zu produzieren, bei dem man lesen kann, was gut oder schlecht ist“, sagt zudem der Referatsleiter für Tourismus im Wirtschaftsministerium, Gerd Lange. Man wolle gleich Maßnahmen entwickeln, die bereits im nächsten Jahr in die Umsetzung gehen.

Michaela Krohn und Joachim Mangler

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