Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Urlaubsorte in MV profitieren von Terrorangst in Europa
Nachrichten MV aktuell Urlaubsorte in MV profitieren von Terrorangst in Europa
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:42 20.04.2016
Tourismus-Berater Mathias Feige Quelle: St. Pilick/dpa

Die Angst vor Terroranschlägen in Europa führt nach Ansicht von Experten zu steigenden Urlauberzahlen an der Ostsee. „Mecklenburg-Vorpommern wird tendenziell profitieren“, sagt Mathias Feige, Chef des Berliner Tourismus-Beratungsunternehmens Dwif Consulting. Vor allem „Menschen mit hohem Risikobewusstsein“ werden nach den Anschlägen von Paris und Brüssel ihren nächsten Urlaub wohl eher im Inland buchen. Dazu zählen laut Feige sowohl Ältere als auch Familien mit kleinen Kindern.

Noch mehr Übernachtungen

29,5 Millionen Übernachtungen registrierte die Tourismusbranche in MV vergangenes Jahr — so viele wie noch nie. Auch 2016 läuft gut an: 2,1 Millionen Übernachtungen zählten die Vermieter im Januar und Februar — ein Plus von sieben Prozent. Für das erste Quartal erwartet die Branche 3,5 Millionen Übernachtungen.

Vier Wochen nach den Anschlägen von Brüssel wurden gestern neue Terrorwarnungen bekannt. Das belgische Anti-Terrorzentrum Ocam meldete, dass weitere Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Europa gekommen seien. Auf Mallorca verhafteten Polizisten einen mutmaßlichen IS-Anhänger. Spanische Behörden stuften den 26-jährigen Marokkaner als „eindeutige Bedrohung für die nationale Sicherheit“ ein. Der Mann soll im Internet angeboten haben, IS-Sympathisanten nach Syrien zu schleusen. Konkrete Hinweise auf Anschläge lägen nicht vor.

Zugleich wies der Geheimdienst Italiens Berichte über angeblich geplante Attentate auf Urlauber an den Stränden von Spanien, Italien und Südfrankreich zurück. Unter anderem die „Bild-Zeitung“

hatte berichtet, der IS wolle Attentäter als fliegende Straßenhändler tarnen. Die Händler seien eine Risikogruppe, weil sie oft zwischen Afrika und Europa pendeln, um Waren zu kaufen.

Vor diesem Hintergrund rechnet Tourismusexperte Feige mit weiter steigenden Buchungszahlen für deutsche Urlaubsziele. „Deutschland wird sehr gut nachgefragt“, meint auch Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband. Die Übernachtungszahlen steigen jährlich um bis zu fünf Prozent. Wie viele Touristen ihren Sommerurlaub aber tatsächlich wegen Terrorangst von der Türkei etwa nach Rügen verlegen, sei offen. Bereits seit einigen Monaten, noch vor den Attentaten von Brüssel und den neuen Warnungen, gehen Buchungen in die Türkei, Tunesien und Ägypten stark zurück. Dafür gewinnen Länder am westlichen Mittelmeer, wie Portugal und Spanien. Und die Ostsee: „Wir stellen fest, dass vertraute Reiseziele verstärkt gebucht werden“, sagt eine Sprecherin des Reiseveranstalters Dertour.

Hotels und Pensionen in Mecklenburg-Vorpommern sind derweil mit neuem Rekord ins neue Tourismusjahr gestartet. 2,1 Millionen Übernachtungen meldet der Landestourismusverband (TMV) für Januar und Februar. Das sind sieben Prozent mehr als vor einem Jahr und so viele wie noch nie zuvor in diesen Monaten. Zudem lägen einzelne Buchungsportale bei den Reservierungen für den Sommer zum Teil um 30 Prozent über dem Vorjahr. „Die Gefährdungslage in Europa ist gefühlt größer als vor einem Jahr“, sagt TMV-Sprecher Tobias Woitendorf. Welchen Anteil Terror-Angst an der steigenden Urlaubergunst für die Ostsee hat, lasse sich nicht abschätzen.

Von Gerald Kleine Wördemann

Mangelhaft — so lautet das Urteil von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) zu zwei Studien über lange Schulwege in MV, die Wissenschaftler der Universität Greifswald ...

20.04.2016

Landesfrauenrat fordert effektive und finanzielle Hilfe statt Symbolpolitik

20.04.2016

Die Arbeitsagentur Neubrandenburg hat gestern erstmals Unternehmen mit einem „Inklusionspreis“ ausgezeichnet.

20.04.2016
Anzeige