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Urteil: Eintrittsgebühren an zwei Stränden sind rechtswidrig

Leipzig/Kiel Urteil: Eintrittsgebühren an zwei Stränden sind rechtswidrig

Eintrittsgebühren für zwei Strände der niedersächsischen Nordseeküste sind rechtswidrig. Das entschied am Mittwoch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Nun müssen auch andere deutsche Gemeinden prüfen, ob sie gegen das Recht verstoßen.

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Tourist prüft den Stacheldrahtzaun am Strand von Hooksiel (Niedersachsen). Der Widerstand gegen Strandgebühren an der Nordseeküste wird härter. Die Kritik richtet sich dabei besonders auf die geforderten Eintrittsgelder für Tagesgäste und Strandspaziergänger.

Quelle: Ingo Wagner

Leipzig/Kiel. Eintrittsgebühren für zwei Strände der niedersächsischen Nordseeküste sind rechtswidrig. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch (Az 10 C 7.16). Damit müssen nun auch andere Gemeinden an den deutschen Küsten prüfen, ob die von ihnen erhobenen Strandgebühren möglicherweise gegen das Recht verstoßen.

Hintergrund des Verfahrens ist ein Streit zwischen zwei Bewohnern der niedersächsischen Nordseeküste und der Gemeinde Wangerland. Deren kommunale Touristik GmbH verlangt von Tagesgästen ein Eintrittsgeld von regulär drei Euro für das Betreten zweier von ihr gepflegter Strände auf einer Länge von rund neun Kilometern. Die Kläger dürfen nun nach dem Urteil weite Teile des Strands ganzjährig kostenfrei besuchen.

Ob sich aus dem Urteil Rückschlüsse auf entsprechende Abgabensatzungen Kommunen in Schleswig-Holstein ziehen lassen, werde erst die Auswertung der Urteilsbegründung zeigen, teilte ein Sprecher des Kieler Innenministeriums mit. Schon vor dem Urteil hieß es in einer Mitteilung: „Auf die Erhebung von Kurabgaben erwartet das Innenministerium in keinem Fall Auswirkungen.“ Die Kurabgabe knüpfe nicht an die Nutzung bestimmter Einrichtungen an.

Die Tatsache, dass die Gemeinde den Strand sauber halte und immer wieder Sand aufschütte, reiche als Begründung nicht aus, um an fast dem gesamten Küstenabschnitt eine Eintrittsgebühr zu erheben, argumentierten die Leipziger Richter. Das sei nur an solchen Abschnitten rechtens, an denen die Gemeinde etwa mit Kiosken, Umkleidekabinen und Toiletten für eine höhere Badequalität sorge. Dort müssen die Kläger auch weiter Eintritt zahlen. Die Leipziger Richter stützten sich in ihrem Urteil unter anderem auf Artikel 2 des Grundgesetzes, der die allgemeine Handlungsfreiheit vorsieht.

OZ

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