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Usedom: Solarpark wächst auf Deponie

Neppermin Usedom: Solarpark wächst auf Deponie

Für fünf Millionen Euro bebaut eine Rostocker Firma das alte Gelände / Ab September fließt der Strom

Neppermin. Erneuerbare Energie auf Altlasten: Mitte September soll auf der ehemaligen Deponie in Neppermin auf der Insel Usedom ein neuer Solarpark mit einer Leistung von 5,2 Megawatt in Betrieb gehen. Wie Sven Vierk von der Vicona Energie Systeme GmbH Rostock gestern informierte, können damit rund 2000 Haushalte versorgt werden. Der Strom soll ins Netz von Eon-Edis eingespeist werden. „Wenn wir fertig sind, stehen hier rund 22 000 Module“, so Vierk, der im letzten Jahr die Fläche hinter dem Wertstoffhof vom Landkreis Vorpommern-Greifswald gepachtet hat. „Für 20 Jahre plus Option für weitere zehn Jahre“, sagt der Rostocker. Die Unterkonstruktionen für die Module sind bereits fertig. Gegenwärtig ist Henrik Motczinski mit seiner Firma Solar Metall Stralsund dabei, die Kabel zu verlegen. „Wir ziehen hier rund 65 Kilometer Kabel ein, damit der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt werden kann“, sagt der Stralsunder, der seit Juli vor Ort ist. Für Vierk war es wichtig, bei der Investition auf Unternehmen aus Vorpommern zu setzen. „Wir haben eine Tiefbaufirma aus Stralsund, Modulbauer aus Greifswald, die Fläche hat uns ein Betrieb aus Pudagla vorbereitet“, sagt Vierk. Nur die Module kommen aus Vietnam, wie der Rostocker betont. Rund fünf Millionen Euro investiert sein Unternehmen in den Solarpark. Sein Finanzierungsmodell stütze sich auf die Einspeisevergütung von 8,9 Cent pro Kilowattstunde. „Im nächsten Jahr ist damit aber Schluss“, verweist Vierk auf die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Statt der bisherigen festen Vergütung für Ökostromproduzenten wird ab 2017 auf ein Ausschreibungsmodell gesetzt. Bislang erhielten die Produzenten staatlich festgelegte Vergütungssätze. Künftig soll die Bundesnetzagentur regelmäßig den Bedarf an neuen Anlagen ausschreiben. Wer die besten Konditionen bietet, bekommt den Zuschlag. Vierk will nach mehreren Jahren in Bayern, Sachsen und Rheinland-Pfalz nun die nächsten Projekte in MV umsetzen. „Einen weiteren Solarpark bauen wir bei Demmin“, kündigt er an.

Dass auch da die Frage der Sicherheit eine große Rolle spielen wird, zeigt die Nepperminer Anlage. Wie nämlich gestern die Polizei informierte, wurden aus den Gerüsten der Solarmodule auf dem Gelände etwa 1500 Meter Kupferkabel gestohlen. Die Straftat soll sich zwischen dem 2. und 9. August ereignet haben. Der Schaden beläuft sich auf 5000 Euro.

Sven Vierk hat darauf nun reagiert: „Wir haben das gesamte Areal bereits eingezäunt. Nun werden wir den Schutz erhöhen. Wir werden die Anlage mit einer Videoüberwachung ausstatten und eine Alarmaufschaltung installieren“, kündigt der 58-Jährige an, der seit zwölf Jahren Tüv-Gutachter für Photovoltaikanlagen ist. Und Usedom als idealen Standort beschreibt: „Wegen der vielen Sonnenstunden hier rechnen wir mit extrem hohen Erträgen.“

Henrik Nitzsche

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