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MV aktuell Video: Vater von toter Leonie aus Torgelow meldet sich zu Wort
Nachrichten MV aktuell Video: Vater von toter Leonie aus Torgelow meldet sich zu Wort
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15:57 17.01.2019
Kerzen und Plüschtiere stehen vor dem Eingang des Hauses, wo am 12. Januar eine Sechsjährige ums Leben kam. Nach dem gewaltsamen Tod des Kindes ist der tatverdächtige Stiefvater weiter auf der Flucht. Quelle: dpa/Wüstneck
Torgelow/Wolgast

Im tragischen Todesfall der kleinen Leonie (6) erhebt jetzt der Vater Oliver E. weitere schwere Vorwürfe gegen den tatverdächtigen Stiefvater David H., der noch auf der Flucht ist. Auch der kleine Noel (2), der nach den Vorfällen in Torgelow nun in E.s Obhut ist, soll misshandelt worden sein. Oliver E. sei mit dem Jungen inzwischen beim Kinderarzt und in der Klinik gewesen, um die Verletzungen begutachten zu lassen, sagt Leonies Tante Eva E. (30) gegenüber der OZ. Auch in Pasewalk sei er nach dem Tod Leonies bereits untersucht worden.

Vater: „Noah Joel ist mein einziger Halt“

„Er hat Verletzungen und mehrere Hämatome am Rücken, am Oberschenkel, Arm und ein Loch am Kopf. Außerdem eine aufgeschnittene Lippe. Das Nasenbein ist durch, muss aber in dem Alter wieder allein zuwachsen. Er schnorchelt beim Atmen, er wacht oft auf und sagt Aua“, zählt der Vater unter Tränen in einem auf www.ostseewelle.de verbreiteten Video auf. Für ihn sei der ganze Vorfall ein Schock und schwer zu verkraften. „Noah Joel ist mein einziger Halt und Trost.“ Seiner Tochter wolle er die schönste Beerdigung, die man sich nur wünschen kann, organisieren.

Oliver E. hatte monatelang darum gekämpft, seine beiden Kinder sehen zu dürfen, schildert seine Schwester Eva. Im November habe er endlich Umgangsrecht zugestanden bekommen. Allerdings habe die Kindesmutter daraufhin immer wieder die Termine abgesagt. So hat er Leonie seit neun Monaten nicht mehr gesehen. Und jetzt ist sie tot.

Jugendamt: Familie sei vorher unauffällig gewesen

Die kleine Leonie war am Samstag leblos in der Wohnung der fünfköpfigen Familie in Torgelow aufgefunden worden. Der Stiefvater rief den Rettungswagen und gab gegenüber der Polizei später an, das Kind sei die Treppe heruntergefallen. Das haben die ersten Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung jedoch widerlegt. Die Verletzungen weisen auf Gewalteinwirkungen hin. Seit seiner Vernehmung ist der Mann auf der Fluch und wird mit einer Großfahndung gesucht.

Der Tod eines sechs Jahre alten Mädchens in Torgelow hat weit über die Grenzen der Stadt Bestürzung und Anteilnahme ausgelöst. Nach einer Obduktion ist klar: Es war kein Treppensturz, wie der Stiefvater von Leonie gegenüber der Polizei behauptet hatte.

Die Mutter des Kindes steht unter Schock und ist gemeinsam mit dem sechs Monate alten Baby in einer Mutter-Kind-Einrichtung untergebracht. Der zweijährige Junge, der ebenfalls zur Familie gehört, wurde vom Landkreis Vorpommern-Greifswald an den leiblichen Vater Oliver E. in Wolgast übergeben.

Der Landkreis hatte vor diesem tragischen Wochenende nur einmal Kontakt zu der Familie. Das Jugendamt bezeichnet sie als „unauffällig“. Im Februar 2018 hat allerdings der leibliche Vater eine Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung erstattet, wie Froitzheim schildert. Der sei intensiv vom Jugendamt nachgegangen worden – es habe aber keine Auffälligkeiten gegeben. „Mutter und Lebensgefährte sind weder vor dieser Anzeige, noch danach bis zum jetzigen Zeitpunkt in auffälliger Weise in Erscheinung getreten“, heißt es. Das habe man von Anfang an klar und transparent kommuniziert.

In der Kleinstadt Torgelow herrscht große Betroffenheit. Vor der Tür des Hauses stehen inzwischen unzählige Plüschtiere, Blumen und Trauerkerzen. Im Internet rufen Menschen zu Trauermärschen auf und gedenken der toten Leonie (6).

David H., der wegen mehrerer Delikte bereits polizeilich bekannt ist, befindet sich unterdessen weiter auf der Flucht. Es läuft eine Großfahndung. Ein Haftbefehl wurde beantragt.

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Virginie Wolfram und Conny Meerkatz

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