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Verband: Keine Entspannung beim Streit um Traditionsschiffe

Rostock/Hamburg Verband: Keine Entspannung beim Streit um Traditionsschiffe

Debatte um Sicherheit kocht erneut hoch

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Blick in den Rostocker Museumshafen.

Quelle: Foto: Dietmar Lilienthal

Rostock/Hamburg. Zu Beginn der diesjährigen Hauptsaison auf Nord- und Ostsee sieht der Dachverband der deutschen Traditionsschiffe keine Entspannung in wesentlichen Fragen der geplanten und umstrittenen Sicherheitsverordnung. Der Entwurf des Bundesverkehrsministeriums, der teure Umbauten und strenge Anforderungen an die Seediensttauglichkeit oder medizinische Ausbildung der Besatzungen festlegt, liege derzeit in Brüssel, sagt Verbands-Vizechef Nikolaus Kern. „Mit diesem Entwurf können wir nicht leben“, erklärt er. Mit der Verordnung sollen bauliche Beschaffenheit, Brandschutz und Ausrüstung sowie Qualifikationen der Crews strenger geregelt werden. Bei der Einlaufparade zum Hamburger Hafengeburtstag am Freitag haben mehrere Traditionssegelschiffe mit gehissten Transparenten auf die unsichere Zukunft aufmerksam gemacht.

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Debatte um Sicherheit kocht erneut hoch

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Der Wismarer SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte vor kurzem gesagt, dass ihm sehr am Erhalt der Traditionsschifffahrt gelegen sei. Die Schiffe sollten das Bild der Häfen weiter prägen.

Allerdings müssten bei der Personenbeförderung ein hohes Maß an Sicherheit gewährleistet sein. Für den 23. Mai sind in Berlin weitere Gespräche mit Schiffseignern, Verbänden und Vereinen vorgesehen.

Dort könne auch über eine finanzielle Förderung der Traditionsschifffahrt gesprochen werden.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Entwurf noch einmal geändert wird und dann neu nach Brüssel gegeben wird“, erwidert Kern. Problematisch seien insbesondere die baulichen Veränderungen in den alten Schiffen, die teils technisch unmöglich oder nur mit erheblichem finanziellen Aufwand zu machen sind. Die Schiffseigner zweifelten ebenso an der finanziellen Förderung der Baumaßnahmen, die Unterstützung sei nicht verbindlich zugesagt worden.

Von der Verordnung sind nach Kerns Angaben etwa 110 Schiffe im Norden betroffen, 90 Prozent davon seien nun in ihrer Existenz bedroht. „Die Übertragung von Vorschriften der Berufsschifffahrt auf ehrenamtliche Organisationen kann nicht funktionieren.“ Die Menschen, die auf den Schiffen arbeiten, seien vielfach nur ein oder zwei Wochen an Bord. Der bürokratische und vor allem finanzielle Aufwand für Schulungen sei enorm und kaum zu stemmen.

Der Umgang des Bundesverkehrsministeriums mit den Unterstützern der Traditionsschifffahrt, den Vereinen und Verbänden und sogar den Mitgliedern des Bundestags sei ernüchternd und enttäuschend, kritisiert der Wismarer SPD-Bundestagsabgeordnete und Experte für die Traditionsschifffahrt, Frank Junge. Selbst ein Veto des Bundeswirtschaftsministeriums habe das Dobrindt-Ministerium abtropfen lassen. Wie Kern habe er die Sorge, dass nach der Notifizierung in Brüssel nicht mehr verändert werden kann, sagt Junge. „Am Ende werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Der Obmann der Linken im Verkehrsausschuss des Bundestages, Herbert Behrens, erklärt: „Minister Dobrindt beweist bei der Traditionsschifffahrt, dass er nicht nur zu Lande und in der Luft, sondern auch zu Wasser seinen Aufgaben nicht gewachsen ist.“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Lietz aus Mecklenburg-Vorpommern zeigt sich dagegen überzeugt davon, dass es zu einem weiteren Gespräch zwischen den Verbänden und dem Ministerium kommen werde, wenn die Notifizierung durch Brüssel abgeschlossen ist.

Greifswald hat größten deutschen Museumshafen

30 der insgesamt 110 norddeutschen Traditionsschiffe haben ihren Heimathafen in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu gehören das 1951 in Dienst gestellte Segelschulschiff „Greif“ in Greifswald. Der Museumshafen in Greifswald ist mit 53 Traditionsschiffen der größte Hafen seiner Art in Deutschland. Zu den Traditionsschiffen gehören auch der Dreimast-Toppsegelschoner „Santa Barbara Anna“ (1951) in Rostock und der stählerne Marssegelschoner „Fridtjof Nansen“ (1919) mit Heimathafen Stralsund.

Joachim Mangler

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