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MV aktuell Vereine in Not – Helfer dringend gesucht
Nachrichten MV aktuell Vereine in Not – Helfer dringend gesucht
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00:05 03.02.2018

Sport- und Angelvereine, Spielmannszüge, Kaninchen- und Taubenzüchter – vielen Vereinen in Mecklenburg-Vorpommern gehen die ehrenamtlichen Helfer aus. Das Problem: Ohne die Freiwilligen müssen Angebote zurückgefahren werden. Einigen Vereinen droht sogar das Aus. Als Gründe nennt der Sprecher des Schweriner Sozialministeriums, Alexander Kujat, unter anderem den hohen Arbeitsaufwand sowie eine Überalterung der Mitglieder.

Etwa bei den Tierfreunden vom Rassetaubenverein Seeblick in Wismar. Einen Altersdurchschnitt von 71 Jahren weisen die verbliebenen 16 Mitglieder auf – früher waren hier bis zu 80 Züchter organisiert.

„Es wird zunehmend schwieriger, die Aufgaben zu erfüllen“, erklärt Vereinsmitglied Peter Henschel. So müssten etwa bei Ausstellungen Käfige auf- und abgebaut und die Räume des Vereinshauses gesäubert werden. Doch es gebe kaum junge Leute, die sich für die Taubenzucht interessierten.

Ausreichend Zeit – die fehlt offenbar vielen Mitgliedern in den knapp 1900 Sportvereinen im Nordosten. Vor allem an Übungsleitern mangele es, erklärt der Geschäftsführer des Landessportbunds MV, Torsten Haverland. Generell sei das Vereinsleben zwar „nicht massiv gefährdet“ – immerhin engagieren sich 20000 Ehrenamtler in den Sportvereinen. Aber es könnten weitaus mehr Aktivitäten angeboten werden, wenn die Anzahl ehrenamtlicher Helfer höher wäre. So könne es z. B. im Jugendbereich zu Engpässen kommen, wenn Mütter oder Väter nach der Arbeit keine Gelegenheit haben, am Spielfeldrand die Trainingsgruppen ihrer Kinder mitzubetreuen.

Geradezu existenzbedrohend ist die Situation für den Gebietsanglerverband „Ludwigsluster Umland“, zu dem sich acht Anglervereine zusammengeschlossen haben. „Wir suchen dringendst einen neuen Kassierer“, sagt der Vorsitzende Hartmut Senff. Da sich der bisherige Kassierer nicht mehr zur Wahl stellt, müsse dafür ein anderes Mitglied gefunden werden – sonst drohe dem Verband das Aus. Denn ohne Verwaltung der Finanzen sei der Verband nicht zu führen.

„Wir haben an alle 1100 Mitglieder der Vereine einen entsprechenden Aufruf verteilt“, sagt Hartmut Senff. Die Resonanz? Null Interessenten für das freiwillige Finanzamt, trotz Unkostenvergütung.

„Mein Eindruck ist, dass viele Leute zu viel mit sich selbst zu tun haben“, sagt Senff, der eine gewisse Gleichgültigkeit unter vielen Mitgliedern ausmacht.

Für viele, vor allem jüngere Menschen seien „die gewachsenen Vereinsstrukturen oft zu starr und reglementiert“, sagt Ministeriumssprecher Kujat. Die Jüngeren engagierten sich „lieber spontan, für einzelne Projekte oder Veranstaltungen“. Denn insgesamt sei durchaus eine „wachsende Zahl von freiwillig engagierten Menschen in MV“ festzustellen. In dem Bereich sei MV sogar die Nummer eins im Osten Deutschlands.

Das Land unterstütze die Freiwilligen u. a. mit Unfall- und Haftpflichtversicherungen, fördere Ehrenamtsmessen und bilde ältere Menschen für bürgerschaftliches Engagement weiter, ergänzt Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). Viele Engagierte leisteten „mit ihrem persönlichen Einsatz einen unersetzbaren Beitrag für den sozialen Zusammenhalt in unseren Städten und Gemeinden“.

Axel Meyer

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