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MV aktuell Vereinen im Land geht der Nachwuchs aus
Nachrichten MV aktuell Vereinen im Land geht der Nachwuchs aus
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00:00 20.04.2013
Rostock

Sterben die Vereine in Mecklenburg-Vorpommern? Eine halbe Million Menschen engagiert sich im Land ehrenamtlich, viele sogar in mehreren Vereinen. Aber: Prozentual gesehen gehört MV zu den Schlusslichtern beim freiwilligen Engagement. Nicht einmal jeder Dritte ist im Verein aktiv. Im benachbarten Schleswig-Holstein engagieren sich 41 Prozent der Bevölkerung. Mit dem demografischen Wandel droht nicht nur eine Überalterung, sondern sogar das Aus für viele Vereine.

Sehr aktiv ist die Generation „Sechzig plus“: „Die Älteren wollen etwas für das Miteinander machen“, sagt Dr. Wolf Schmidt von der Mecklenburger AnStiftung. Der Verein hat gerade landesweit die Menschen befragt, warum sie sich ehrenamtlich engagieren. Oder warum nicht. Ein Ergebnis der Umfrage: „Vereine vergessen die junge Generation“, so Schmidt. „Plötzlich war keiner mehr für die Vorstandsarbeit zu überzeugen“, sagte ein Umfrageteilnehmer.

„Bei den über 60-Jährigen haben wir deutliche Steigerungen im ehrenamtlichen Engagement“, weiß Christian Moeller vom Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales. Eigentlich sähe es auch gut aus bei den Jugendlichen. „Man kann nicht sagen, dass die kein Interesse haben, 76 Prozent der Jugendlichen wären bereit, sich zu engagieren“, sagt er.

Das Problem beschreibt eine gerade veröffentlichte Untersuchung: Die Jugendlichen haben neben der Schule zu wenig Zeit. Die Studie des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) zeigt, dass das Zeitmanagement für engagierte Jugendliche immer schwieriger wird. Als Gründe werden die Ganztagsschule und „G8“, das Abitur nach Klasse 12, genannt. „Ein bundesweit garantierter freier Nachmittag für alle jungen Menschen ist deswegen notwendig“, fordert die stellvertretende DBJR-Vorsitzende, Julia Böhnke.

Wer aber nicht als junger Mensch Interesse an Vereinsarbeit und Ehrenamt gezeigt habe, bei dem sei die Wahrscheinlichkeit nicht sehr groß, dass er sich im Alter engagiere, meint Schmidt.

Kleingartenvereine, Angler, Brieftaubenzüchter, Numismatiker — die Mitglieder vieler Vereine sind alt. Zu alt. „Unser Altersdurchschnitt liegt bei 70“, so Günther Theile vom Landesverband der Philatelisten. Mancher Verein hat nur noch zehn, zwölf Mitglieder. Mitglieder sterben und damit die Verein. Der Landesverband will kleinere Vereine zusammen schließen, damit sie überleben können.

Der Bansiner Karnevalsclub musste nach 60 Jahren seine Arbeit einstellen. Grund: fehlender Nachwuchs. „Wir hatten keine Mädels mehr als Funkenmariechen“, so Clubpräsident Jörg Wanke. Das Durchschnittsalter im Verein lag bei 55. „Die jüngeren Vereinsmitglieder sind oft wegen der Arbeit weg gezogen, wenn man dann nur noch sechs Aktive hat, damit hält man keinen Verein am Leben“, sagt Wanke.

„Jüngere haben keine Zeit“, erklärt auch Peter Frank vom Wismarer Shantychor „Blänke“. Die Sänger sind im Schnitt zwischen Ende 60 und Anfang 70. Zur wöchentlichen Probe kommen etwa 40 Auftritte im Jahr. „Vereinsnachwuchs“ gibt es, aber der ist meist auch schon im Rentenalter.

Finanzielle Unterstützung fürs Ehrenamt
Ehrenamt kann sich auch finanziell lohnen. Die so genannte „Ehrenamtspauschale“ von bis zu 720 Euro im Jahr kann für Tätigkeiten in gemeinnützigen Vereinen, kirchlichen und öffentlichen Einrichtungen in Anspruch genommen werden, zum Beispiel für das Engagement als Vereinsvorstand, Schatzmeister, Platz- oder Gerätewart sowie Fahrdienst von Eltern zu Auswärtsspielen von Kindern.

Wer ehrenamtlich im Sportverein andere trainiert, kann jährlich unter gewissen Voraussetzungen bis zu 2400 Euro als „Übungsleiterpauschale“ dafür steuer- und sozialversicherungsfrei vom Verein erhalten.

Nicole Hollatz

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