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MV aktuell Verkehrswacht MV fordert Tempo 30 in Ortschaften
Nachrichten MV aktuell Verkehrswacht MV fordert Tempo 30 in Ortschaften
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00:00 11.04.2013
Rostock

Schluss mit der Raserei: Die Landesverkehrswacht Mecklenburg-Vorpommern fordert mehr Tempolimits auf deutschen Straßen. In Ortschaften verlangt der Verein eine Regelgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde, auf Alleenstraßen ein Tempo-Limit von 80 km/h und auf Autobahnen 130 km/h. Auf ihrer jährlichen Hauptversammlung in der Hansemesse Rostock erklärten Verkehrs-Experten das Runterschalten zur Devise. Denn überhöhte Geschwindigkeit sei nach wie vor Unfallursache Nummer eins, bestätigten Fachmänner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

„83 Menschen sind im vergangenen Jahr bei Autounfällen in Mecklenburg-Vorpommern ums Leben gekommen“, sagte Hans-Joachim Hacker, der Präsident der Landesverkehrswacht MV. „Jeder Einzelne ist einer zu viel.“ Innerorts solle Tempo 30 die Regel sein und 50 km/h nur in seltenen Fällen erlaubt werden. Bisher ist es umgekehrt.„Deutschland ist der letzte Staat in Europa ohne Tempolimit“, sagte Dieter Müller vom Institut für Verkehrsrecht und Verkehrsverhalten (IVV) Bautzen (Sachsen).

Auch die Grünen in MV unterstützen das Vorhaben. Geschwindigkeitsbegrenzungen bezeichnet der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Johann-Georg Jaeger, als sinnvoll und wünschenswert.

Einerseits weil die Verkehrssicherheit deutlich gesteigert werde. Andererseits nehme die Lärmbelästigung ab. Der Politiker geht außerdem davon aus, dass der Treibstoffverbrauch bei langsamerem Fahren deutlich sinke und somit der Kohlendioxid-Ausstoß geringer ausfalle.

„Es ist richtig, über Maßnahmen nachzudenken, die das Unfallrisiko weiter senken“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Jochen Schulte. Er sei aber skeptisch, ob ein generelles Tempolimit von 30 km/h innerorts der richtige Weg sei. „Ich halte Einzelfallentscheidungen vor Ort für besser geeignet, beispielsweise vor Kindergärten, Schulen oder Pflegeeinrichtungen“, sagte Schulte.

Auch der ADAC lehnt pauschale Bestimmungen ab. „Der ADAC ist nicht grundsätzlich gegen Tempolimits“, sagte Carsten Willms vom ADAC Team Hansa. Sinnvoller sei, die Geschwindigkeit von Straße zu Straße individuell festzulegen. Wenn auf Hauptverkehrsstraßen nur noch 30 km/h gefahren werden könne, sei absehbar, dass sich der Verkehr auf andere innerstädtische Straßen verteilen würde. Ein höherer Lärmpegel auf zuvor wenig befahrenen Straßen sei die Folge. Die CDU im Landtag MV spricht sich gegen eine generelle Begrenzung des Stadtverkehrs auf 30 km/h aus, da so ein vernünftiger Verkehrsfluss verhindert werde.

In MV engagieren sich 600 Menschen bei der Landesverkehrswacht, die meisten von ihnen ehrenamtlich. Vertreten sind Einzelpersonen und Firmen. Wie die Geschwindigkeitsbeschränkung genau umgesetzt werden könnte, ist noch offen. Flächendeckende Tempo-Limits sind außerdem Angelegenheit des Bundes.

Gasgeben in Europa
Deutschland ist die einzige Industrienation der Welt, die auf Autobahnen ein ungebremstes Fahren erlaubt. Auf vielen europäischen Autobahnen hingegen müssen Autofahrer allerdings bei Tempo 130 vom Gas gehen. Nur in Bulgarien und Polen dürfen Motorisierte 140 Stundenkilometer fahren.

In Italien wird das Ziel entspannt erreicht: Auf den Autobahnen gilt Tempo 100.

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