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MV aktuell Viel Kritik an Plänen zum Neustrelitzer Schlosskeller
Nachrichten MV aktuell Viel Kritik an Plänen zum Neustrelitzer Schlosskeller
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00:00 30.01.2018

Neustrelitz. Was haben Neustrelitz, Berlin und Dresden gemeinsam? Den Städten fehlten seit 1945 sehr symbolträchtige und bedeutende Bauwerke: Dresden die Frauenkirche, Berlin das Stadtschloss und Neustrelitz sein Residenzschloss. Inzwischen ist die Frauenkirche neu erbaut worden und das Berliner Stadtschloss steht als „Humboldt-Forum“ kurz vor der Fertigstellung, wie der Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss Wilhelm von Boddien am Montag in Neustrelitz (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) sagte. Am Schlosspark Neustrelitz wachsen dagegen noch immer Bäume auf den Ruinen des 1945 abgebrannten Schlosses. Im abgesperrten Keller lagert Müll, aber historische Fliesen künden noch immer von der Bedeutung dieses Ortes für Mecklenburg und darüber hinaus. Das Land Mecklenburg-Vorpommern als Rechtsnachfolger und Eigentümer der adligen Immobilien von Mecklenburg-Strelitz will die Restaurierung des Schlossgartens abschließen.

Landesfinanzminister Mathias Brodkorb (SPD) will dazu den Keller des abgebrannten Schlosses räumen und verfüllen lassen. Um das zu verhindern, hatte die Stiftung Mecklenburg zu einem „Gedankenaustausch“ nach Neustrelitz geladen. Rund 100 Leute kamen, darunter Boddien und die Kulturhistorikerin Sabine Bock.

Scharfe Kritik an den Landesplänen kam von Torsten Koplin als Vorsitzendem der Linken, dem Landes-CDU-Vorsitzenden Vincent Kokert und der Kulturhistorikerin Bock. „Wir haben eine Umfrage gestartet, einige Neustrelitzer wollen sogar ihre Erbschaft für einen Wiederaufbau spenden“, sagte Koplin. Wie Kokert auch, wolle er sich in Schwerin um Finanzhilfe für Neubaupläne einsetzen. Boddien verglich die architektonische Bedeutung des Adelssitzes in Neustrelitz mit der des Berliner Stadtschlosses für die Bundeshauptstadt.

Das Neustrelitzer Schloss war noch nicht sehr alt. Es wurde zwischen 1726 und 1731 gebaut und später erweitert. „Aber die Stadt wurde für das Schloss gegründet“, sagte Bock. Ohne dieses Bauwerk fehle der Stadt ihr wichtigster Bezugspunkt. 1918 wurde das Großherzogtum zwar aufgelöst und 1933 wurde Mecklenburg-Strelitz in der NS-Herrschaft mit Mecklenburg-Schwerin zwangsvereinigt. Seitdem war das Schloss Landesmuseum und Landesbibliothek.

„Die etwa 1,2 Millionen Euro, die das Land in die Sicherung und Verfüllung des Schlosskellers stecken will, wären eine gute Anschubfinanzierung für die Schlosspläne“, erklärte Bock. Sie schlug unter anderem einen „experimentellen Neubau“ vor. Dabei wird ein historisches Bauwerk mit dem Handwerk wieder aufgebaut, das es zu der Zeit gab. Wo diese Methode angewandt wird, kämen schon während der Bauzeit unzählige Touristen. Damit könnten die Initiatoren schon beim Aufbau Geld einspielen.

Boddien schlug vor, auch an eine Ansiedlung von Instituten zu denken. Hier könne die Seenplatte auch von der Nähe zu Berlin profitieren, sagte ein Sprecher der Stiftung Mecklenburg.

Winfried Wagner

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