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Viele Alleen im Nordosten sind stark gefährdet

Güstrow Viele Alleen im Nordosten sind stark gefährdet

Backhaus: Fast zwei Drittel der alten Bäume sterben in den kommenden 30 Jahren ab

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Lindenallee zwischen Bisdorf und Batevitz bei Stralsund.

Quelle: B. Käding/dpa

Güstrow. Viele Alleebäume in Mecklenburg-Vorpommern werden nach Ansicht von Umweltminister Till Backhaus (SPD) in den kommenden 30 Jahren absterben. Betroffen seien vor allem Ahorn-, Kastanien-, Obst- und Lindenalleen an Bundes- und Landesstraßen, sagte er gestern in Güstrow anlässlich einer Fachtagung zum Alleenschutz. Entlang der rund 5000 Kilometer Alleen im Land fehle fast vollständig die Generation der 30- bis 100-jährigen Bäume. 37 Prozent des Gesamtbestandes – etwa 1900 Kilometer – seien nach der Wende gepflanzt worden und damit jünger als 27 Jahre alt. Von den mehr als 100 Jahre alten Alleebäumen würden voraussichtlich 62 Prozent die nächsten drei Jahrzehnte nicht überleben.

Veranstalter der Tagung waren die Umweltorganisation BUND und das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie. Das Verkehrsministerium stellte sein Programm für den Erhalt der alten Alleen, für Neupflanzungen und den Schutz der Alleen von der Ackerseite vor. Die fast 300 Kilometer lange Deutsche Alleenstraße in Mecklenburg-Vorpommern zwischen Binz und Wesenberg soll demnach die erste Pilotallee für Nach- und Neupflanzungen werden.

Die Alleenexpertin des BUND, Katharina Brückmann, begrüßte das   Alleensicherungskonzept der Landesregierung. Nun müsse das Konzept so gestaltet werden, dass es in der Praxis umgesetzt werden könne.

„Dafür werden an manchen Stellen Kompromisse zu Abstandsregelungen nötig sein.“ Lückenpflanzungen sollten auch unterhalb der geforderten drei Meter Abstand zur Straße möglich sein. Das betrifft insbesondere auch die Alleenabschnitte, die nach 1990 gepflanzt wurden.

Backhaus sagte, das Land trage eine hohe Verantwortung beim Erhalt eines maßgeblichen Teils des deutschen Alleenbestandes. „Es ist für mich klar, dieses Erbe zu pflegen und weiterzugeben“, sagte er. Doch gebe es vielerorts Schäden an den Bäumen. So habe die Rosskastanie Probleme mit Krankheiten, auch der Einsatz von Tausalz bleibe nicht folgenlos. Der Anfang 2016 veränderte Alleenerlass habe aber bereits zu Fortschritten beim Alleenschutz geführt. So würden Bäume nur noch im Einvernehmen zwischen Naturschutz- und Straßenbaubehörden gefällt.

OZ

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