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Viele Koch-Azubis brechen Lehre ab

Rostock Viele Koch-Azubis brechen Lehre ab

Hotels und Restaurants in MV fehlt der Nachwuchs / Hunderte Stellen unbesetzt

Rostock. In so manchem Restaurant könnte in den nächsten Jahren die Küche kalt bleiben und die Zahl der Ruhetage steigen. Im Gastgewerbe – einer Branche mit bundesweit rund 77 Milliarden Euro Jahresumsatz – gibt es immer weniger Kochprofis am Herd. Allein in Mecklenburg-Vorpommern sind aktuell noch 209 Lehrstellen für Köche nicht vergeben – dabei hat das Ausbildungsjahr längst begonnen.

 

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Horst Schmitt, Sprecher der Agentur für Arbeit Nord

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„Wir haben ein riesiges Nachwuchsproblem. Überall fehlen Köche“, sagt Andreas Becker, Präsident des Verbandes der Köche Deutschlands. Er verweist auf seit Jahren sinkende Ausbildungszahlen. „Und die Abbrecherquote ist sehr hoch.“

Bundesweit sind noch mehr als 2200 Lehrstellen für Köche frei. Auch in MV bleiben immer viele Ausbildungsplätze in der Gastronomie unbesetzt, berichtet Horst Schmitt, Pressesprecher der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Und: „Der Koch ist auf der Liste der unbesetzten Lehrstellen immer auf Platz 1.“ Dafür gäbe es verschiedene Gründe. Die Entlohnung sei nicht die beste. Auch die Arbeitszeiten – Köche und andere Mitarbeiter des Gastgewerbes stehen oft bis tief in die Nacht am Herd – würden viele junge Menschen abschrecken. Hinzu kommt: „Azubis sind oft noch nicht so mobil. Die Arbeitsstellen des Gastgewerbes liegen aber häufig an der Küste und in den Ferienresorts“, sagt Schmitt. Das sei ein Problem.

Neben Lehrstellen für Köche haben die Hotels und Restaurants in MV aktuell noch 176 für Restaurantfachleute, 141 für Hotelfachleute und 57 für Fachkräfte im Gastgewerbe zu besetzen.

Nach Zahlen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) waren bundesweit 2006 noch fast 43000 junge Leute in der dreijährigen Koch-Ausbildung. Inzwischen sind es nur noch knapp halb so viele. Das Gastgewerbe ist mit mehr als 2,1 Millionen Beschäftigten einer der großen Arbeitgeber in Deutschland. „Wir müssen sehr um Nachwuchs kämpfen“, sagt Dehoga-Sprecher Christopher Lück.

Gründe dafür seien vor allem die sinkende Zahl der Schulabgänger und der Trend weg von der dualen Ausbildung hin zum Studium.

Michaela Krohn

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