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Viele Menschen verzichten auf Grippeschutz

Rostock Viele Menschen verzichten auf Grippeschutz

Viele Patienten in MV wollen sich nicht gegen die gefährliche Influenza impfen lassen. Experten raten jedoch dazu.

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Experten raten zu einer Grippeschutzimpfung.

Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa

Rostock. Hohes Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen – wer unter diesen Symptomen leidet, könnte sich mit einem Influenza-Virus infiziert haben.  Landesgesundheitsamt (Lagus), Krankenkassen und Kliniken empfehlen eine Grippeschutzimpfung. Doch die lehnen viele Menschen in MV in den vergangenen Jahren ab.

 

Das bestätigt Prof. Emil Reisinger, Direktor des tropenmedizinischen Instituts der Universitätsklinik Rostock: „In den vergangenen Jahren sind weniger Menschen an der Grippe gestorben. Daher fühlen sie sich fälschlicherweise sicherer und lassen sich gar nicht erst impfen.“ Der Experte appelliert dennoch: „Jede Impfung zählt. Wer sich über mehrere Jahre impfen lässt, kann einen Grippeschutz von über 95 Prozent erreichen – auch wenn sich die Influenzaviren ständig verändern.“ Wer sich den Pieks vom Hausarzt jetzt einmal abholt, sei immerhin zu 80 bis 90 Prozent geschützt. Zudem hätten er – entgegen verbreiteter Meinungen – kaum Nebenwirkungen. Die Impfung wird von den Krankenkassen übernommen.

In der vergangenen Grippe-Saison 2015/16 waren laut Landesgesundheitsamt MV insgesamt 4090 Influenza-Infektionen gemeldet worden. 2014/15 waren es 2546. Besonders betroffen waren Klein- und Schulkinder“, sagt Lagus-Sprecherin Anja Neutzling. Grundsätzlich sei aber von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Gefährlich wird es, wenn aus einer Grippe Komplikationen wie Lungen-, Herzmuskel- oder Gehirnhautentzündung resultieren. „Wenn man einen jungen Menschen daran sterben sieht, weiß man, wie wichtig eine Impfung ist“, betont Prof. Reisinger. Er weiß: „In jedem Jahr gibt es auch Todesfälle durch die Influenza.“

Die klassische Grippezeit kommt jedoch erst auf MV zu. Die meisten Fälle treten von Januar bis April auf. Bisher plagen die Menschen nur kleinere grippale Infekte. Die beste Medizin: Sich schonen und zu Hause bleiben.

Michaela Krohn

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