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MV aktuell Vogelgrippe: Backhaus verbietet Jagd auf Wildvögel
Nachrichten MV aktuell Vogelgrippe: Backhaus verbietet Jagd auf Wildvögel
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00:01 16.11.2016

Verdacht auf Vogelgrippe: Womöglich muss ein zweiter Geflügelhalter alle seine Tiere keulen. In einem kleinen Privatbestand bei Barth (Vorpommern-Rügen) sind mehrere tote Tiere gefunden worden. Sie werden derzeit untersucht. Bereits in der vergangenen Woche musste in Mesekenhagen (Vorpommern-Greifswald) ein Hühnerhalter vorsorglich seine Tiere töten, weil die sich mit dem H5N8-Virus infiziert hatten.

Die Folgen der Vogelgrippe bekommen auch die Jäger zu spüren. Sie dürfen so lange keine Wildvögel mehr schießen, bis deren Schonzeit beginnt. Für Ringeltaube, Türkentaube und Höckerschwan etwa gilt das Verbot bis zum 20. Februar 2017. „Mir ist bewusst, dass diese einschneidende Regelung nicht bei jedem Jäger oder Landwirt auf Gegenliebe stoßen wird“, sagt Agrarminister Till Backhaus (SPD).

Seit Montag gilt landesweit die Stallpflicht. Trotzdem haben noch immer nicht alle Halter ihr Geflügel weggesperrt oder es bislang versäumt, ihre Tiere bei Tierseuchenkasse und Landkreis zu melden.

„Wer sich nicht an die Regeln hält, begeht nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern gefährdet unterm Strich seinen eigenen Bestand“, mahnt Backhaus. Er räumt säumigen Haltern bis morgen eine letzte Schonfrist ein. Wer seine Anordnung auch dann noch ignoriert, riskiert ein empfindliches Bußgeld.

Einschnitte müssen die rund 2000 Geflügelzüchter im Land hinnehmen. „Die für kommendes Wochenende geplante Landesschau findet nicht statt“, sagt Steffen Kraus, Vizevorsitzender des Landes-Rassegeflügelzüchterverbandes. Perl- und Zwerghühner, Tümmler- und Formentauben: Mehr als 2800 Tiere wollten die rund 300 angemeldeten Aussteller in Sparow (Mecklenburgische Seenplatte) präsentieren. Jetzt die Absage. „Das kam bei den Züchtern nicht gut an. Schließlich haben sie sich lange darauf vorbereitet.“ Für manchen wird es wohl noch schlimmer kommen. „Es werden bestimmt einige Züchter Tiere schlachten müssen“, sagt Kraus. Es fehle vielen am nötigen Platz, um all ihre Vögel vollzeit aufzustallen.

Der H5N8-Erreger ist vermutlich von Zugvögeln aus Russland nach Mitteleuropa eingeschleppt worden. Diesen Sommer sei bei Wildvögeln in Zentralrussland, in Sibirien und der Mongolei ein Virus nachgewiesen worden, das dem jetzigen sehr ähnle, sagt der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Thomas Mettenleiter. Das Virus ist inzwischen bei zwei Mantelmöwen aus Tarnewitz bei Boltenhagen, einer Silbermöwe aus Hohen Viecheln und einem Höckerschwan in Wismar (alles Nordwestmecklenburg) nachgewiesen. In Ummanz auf Rügen war ein Mäusebussard mit H5N8 infiziert. Bei einer Reiherente und einer Tafelente aus Alt Schwerin am Plauer See (Mecklenburgische Seenplatte) war die Vogelgrippe bereits am Montag bestätigt worden.

Auf den Inseln Ruden und Greifswalder Oie wurden mittlerweile fast 300 tote Wildvögel gefunden. Das Einsammeln klappt aber offenbar nicht überall reibungslos: Im Kreis Vorpommern-Rügen hatten sich Bürger darüber beschwert, dass Behörden Hinweise auf tote Vögel nicht ernst genug nähmen. Landrat Ralf Drescher (CDU) bekam von Backhaus einen Rüffel, wies die Vorwürfe aber entschieden zurück.

Martina Rathke und Antje Bernstein

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