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Vogelgrippe belastet Putenmäster

Todendorf Vogelgrippe belastet Putenmäster

Der Geflügelwirtschaftsverband sucht nach Auswegen

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Todendorf. . Putenmastbetriebe sind im vergangenen Winterhalbjahr in Deutschland besonders häufig von der Geflügelpest heimgesucht worden. „Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) stellt Überlegungen an, inwieweit Verfahrenstechniken in der Putenmast angepasst werden müssen, um die Einträge von Viren in die Ställe zu verhindern“, sagte die Referatsleiterin Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit des ZDG, Eva Maria Näser, gestern in Todendorf (Landkreis Rostock). Dort trafen sich Mitglieder des Geflügelwirtschaftsverbandes Mecklenburg-Vorpommern zu ihrer Jahresversammlung.

Hinweisschild „Geflügelpest Sperrbezirk“

FOTO:

ARNO BURGI/DPA

Einen Grund für die häufigeren Vogelgrippe-Ausbrüche bei Puten sieht Näser darin, dass die Ställe häufiger geöffnet werden, etwa um die Einstreu zu erneuern. Die größten Gefahren, Viren einzuschleppen, entstünden durch den direkten oder indirekten Kontakt mit Wildvögeln und über kontaminiertes Material, das an Schuhen, Fahrzeugen oder der Einstreu haftet. Auch die längere Mastzeit sei ein Grund. Puten werden mit 20 Wochen geschlachtet, Hähnchen bereits mit vier Wochen.  

Viren im Futter oder im Tränkwasser gelten als unwahrscheinlich. „Viren bleiben im trockenen Getreide nicht lang vermehrungsfähig und die Weiterverarbeitung von Getreide zum Futtermittel macht ein Überleben der Viren unwahrscheinlich“, so Näser. In Ausbruchsuntersuchungen gab es keinen Anhaltspunkt dafür, dass Futter oder Wasser ursächlich gewesen sein könnten. Zum Tränken dürfe nur Trinkwasser verwendet werden.

Auch im nächsten Winter müssen Geflügelhalter mit der Vogelgrippe und ihren Folgen, wie der Stallpflicht, rechnen. Eine Lösung werde Näser zufolge für die Produzenten von Freilandeiern angestrebt: Die Eier sollen künftig auch nach Ablauf der Zwölf-Wochen-

Frist als Freilandeier verkauft werden dürfen, wenn die Hennen Zugang zu einem Wintergarten und damit zu frischer Luft haben.

Im Winter 2016/17 waren bundesweit 90 Geflügelhaltungen und 15 Tierparks oder Zoos von der Geflügelpest betroffen. 1,2 Millionen Tiere wurden getötet. In Mecklenburg-Vorpommern mussten 40000 Puten in einem Betrieb bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) getötet werden, nachdem dort das H5N8-Virus nachgewiesen worden war. Der zahlenmäßig größte Fall im Nordosten ereignete sich in einem Legehennenbetrieb in Schwanheide (Ludwigslust-Parchim) mit 106000 Tieren.

Birgit Sander

OZ

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