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Volkstheater startet mit „Titanic“-Oper auf neuen Kurs

Rostock Volkstheater startet mit „Titanic“-Oper auf neuen Kurs

Intendant Sewan Latchinian stellte neues Team und neues Konzept vor.

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Karl Huck.

Quelle: Fotos: Dietmar Lilienthal

Rostock. Alles steht auf Neubeginn, deshalb muss „Ingrid Babendererde“, der literarische Erstling von Uwe Johnson, der in Rostock zum Schriftsteller wurde, dabei sein. Mit über 50 Premieren, oft spartenübergreifend, darunter drei Uraufführungen und drei Entwicklungen einer neuen Bürgerbühne, lockt das Volkstheater Rostock (VTR) in seiner 120. Spielzeit 2014/15 das Publikum.

Und will mit neuen Ideen, neuen Leuten und zupackender maritimer Bildsprache überhaupt „viel Welle machen“. Dies kündigte gestern in Rostock der designierte Intendant Sewan Latchinian an.

Für sein Team hat der neue Chef einige in MeckPomm gut bekannte Theaterleute gewonnen: Puppenspieler Karl Huck wird mit seiner Seebühne Hiddensee dauerhaft mit Rostock kooperieren. Als „kleines Beiboot zum großen Schiff Volkstheater“, sagte er und kündigte an, dass die erste Premiere der neuen VTR-Saison am 20. April auf Hiddensee läuft: „Der Sturm“ nach Shakespeare. Und Tobias Rausch, dessen deutschlandweit operierendes Team Lunatiks mit seiner Greifswalder Theaterrecherche zum Kernkraftwerk und mit dem Rostocker Wende-Projekt „Alles offen“ erfolgreich war, will mit seiner neu entstehenden Bürgerbühne das Volkstheater „in die Theater-Avantgarde“ bringen. Gut möglich, kündigte er gestern an, dass neben drei speziellen Bürgerbühnen-Inszenierungen künftig in der Hansestadt auch ein „Chor der Wutbürger“ entsteht, eine „Kaffeehausguerilla“ oder eine „Schule der Liebe“.

Latchinian betonte: „Es wird an keiner Sparte Abstriche geben. Eine Verringerung der Spartenzahl ist mit mir nicht zu machen, auch keine Herabstufung der Norddeutschen Philharmonie.“ Mit seinen Partnern wolle er alles tun, „dass solche Fantasien verstummen“. Damit reagierte er auf ein Gutachten der Münchner actori GmbH, die im Auftrag der Stadt Sparpotenziale des Theaters suchen sollte und als gangbarsten Weg die Runterstufung des Orchesters errechnet hatte. „Es wird in MV nicht zu viel Geld für Theater ausgegeben, sondern zu wenig“, sagte Latchinian.

Da das Rostocker Volkstheater aufgrund der Spardebatten oft als „Unternehmen Titanic“ wahrgenommen wird, beginnt die Spielzeit am 20. September keck mit Wilhelm Dieter Sieberts „Untergang der Titanic“, der ersten Mitspieloper der Geschichte und eine von sieben Musiktheaterproduktionen. Eingebettet ist die Untergangsoper in ein bisher auf drei Produktionen konzipiertes und von allen Sparten getragenes Spektakel „1. Stapellauf: Neubeginn“, in dem auch „Ingrid Babendererde“ und Kay Pollaks „Wie im Himmel“ aufgeführt werden. Für die Norddeutsche Philharmonie kündigte Orchesterdirektor Hans-Michael Westphal ein Konzertprogramm als Reise rund um die Ostsee an, das Ballett plant drei Produktionen.

 



Dietrich Pätzold

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