Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell „Vom Flüchtling zur Fachkraft“: MV-Wirtschaft braucht die Migranten
Nachrichten MV aktuell „Vom Flüchtling zur Fachkraft“: MV-Wirtschaft braucht die Migranten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:59 07.11.2018
Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) Quelle: Stefan Sauer/dpa
Rostock

Die Integration von Migranten ist nach Ansicht von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) für die wirtschaftliche Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns von zentraler Bedeutung. „Angesichts des deutlichen Rückgangs der Zahl von Erwerbstätigen in den kommenden Jahren müssten schon heute alle Möglichkeiten zur Fachkräftegewinnung ausgeschöpft werden“, sagte Glawe am Mittwoch in Rostock bei der Fachtagung „Vom Flüchtling zur Fachkraft“.

Dabei sei der Kontakt für beide Seiten, Arbeitgeber und Geflüchtete, oft nicht einfach. „Sprachliche Hürden bestehen und kulturelle Unterschiede treffen aufeinander“, sagte Glawe. „Beide Seiten müssen Offenheit, Engagement und Mut zeigen und bereit sein, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen.“ Entscheidend sei, die Migranten beim Einstieg in das Berufsleben zu unterstützen. Es gehe darum, sie auf die Arbeitswelt gut vorzubereiten und die Kollegen im Betrieb in diesem Prozess mitzunehmen.

Glawe hob hervor, dass in den vergangenen zwei Jahren schon Fortschritte bei der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt erreicht wurden. So seien im März 2018 rund 1500 Personen aus Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen, fast zwei Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Aktuell lebten rund 7300 Geflüchtete in Mecklenburg-Vorpommern, sie stellten für den Arbeitsmarkt ein großes Potenzial dar.

Der Geschäftsführer des Rostocker Vereins Migra, Michael Hugo, begrüßte die Veranstaltung „Vom Flüchtling zur Fachkraft“ als eine neue Art der direkten Kommunikation aller Beteiligten. Es habe sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass vor allem kleine Betriebe durch bürokratische Hürden in ihrem Bestreben gebremst werden, Flüchtlinge einzustellen. Es sei einem Handwerksmeister nicht zuzumuten, sich neben seiner Arbeit mit dem schwierigen Ausländerrecht zu beschäftigen.

Hugo forderte darüber hinaus klare Regelungen seitens der Bundesregierung, wie mit Ausländern umgegangen werden soll, die nicht als Asylbewerber anerkannt sind, aber nicht abgeschoben werden können. Diese Menschen könnten dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, deren Integration müsste schneller vorangehen.

dpa