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MV aktuell Von Park-Rettern und Stiftern: Ideen für die Ewigkeit 166 Stiftungen im Nordosten / Wer gute Themen setzt, erhält oft Geld
Nachrichten MV aktuell Von Park-Rettern und Stiftern: Ideen für die Ewigkeit 166 Stiftungen im Nordosten / Wer gute Themen setzt, erhält oft Geld
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00:00 30.09.2017
Stimmung trotz Regens: Artist Jens Ohle trat am 11. August während des 23. Festivals „Kleines Fest im großen Park“ in Ludwigslust auf. Auf knapp 30 Bühnen gab es ein buntes Programm. Veranstalter sind seit dem Jahre 2010 die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Quelle: Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

. Von den fast 22 000 Stiftungen in Deutschland befinden sich nur 166 in Mecklenburg-Vorpommern. In Hamburg sind es fast zehnmal so viele, wie der Geschäftsführer der Ehrenamtsstiftung MV, Jan Holze, sagt. Das Vermögen der Stiftungen sei überschaubar. „Das gesamte Stiftungsvermögen aller Stiftungen im Land wird nicht das Vermögen der größten in Hamburg ansässigen Stiftung erreichen“, schätzt Holze. Umso hartnäckiger und ideenreicher sind viele Stifter, um ihr Anliegen zu verwirklichen, oft gemeinsam mit Gleichgesinnten. Das zeigt eine Reise durch die Stiftungslandschaft von MV zum bundesweiten Tag der Stiftungen am Sonntag.

. Von den fast 22 000 Stiftungen in Deutschland befinden sich nur 166 in Mecklenburg-Vorpommern.

Stiftung Schlosspark Pansevitz: Ein 40 Hektar großer verwilderter Park mit uraltem Baumbestand auf Rügen war der Anlass für die Gründung vor zehn Jahren. Die Familie von Knyphausen kaufte den Park von der bundeseigenen Bodenverwertungsgesellschaft BVVG zurück und bewerkstelligte gemeinsam mit Mitstreitern und mit Hilfe von Fördermitteln die Restaurierung der bedeutenden Anlage, deren Wurzeln ins 14. Jahrhundert zurückreichen. „Dann standen wir vor dem Problem, wie wir den restaurierten Park pflegen und erhalten sollen. Dafür gibt es keine Fördermittel“, berichtet Helmut Straßer. „Unser Ausweg war die Gründung einer Stiftung.“ Der aus Bayern stammende Landschaftsplaner ist ihr Vorstandsvorsitzender. Um an Einnahmen zu kommen, wurde ein Friedwald im Schlosspark angelegt. Vom Verkauf jeder Urnenstelle erhält die Stiftung einen Anteil. Jährlich sind zur Parkpflege 40000 bis 50000 Euro nötig. Was übrig bleibt, fließe in das Stiftungskapital, um die Erhaltung von Parks und Schlossruine zu sichern.

Dreikönigsstiftung Neubrandenburg: „Wir wollten das christliche soziale Engagement würdigen und die Hospizarbeit pflegen, was in der DDR vernachlässigt wurde“, sagt der Mit-Gründer der Dreikönigsstiftung in Neubrandenburg, Rainer Prachtl. 1990 als Verein gestartet, fiel schon wenige Jahre später die Entscheidung, das Engagement in eine Stiftung zu überführen, um es auf dauerhaft feste Füße zu stellen. Die Gründer stammten aus der DDR, Vermögen hatten sie keines. „Ich war der Bettler“, bekennt Prachtl. Bis 1993 brachten er und seine Mitstreiter 250

000 D-Mark Gründungskapital zusammen. „Wir haben Menschen so von unserer Sache überzeugt, dass sie uns Geld anvertraut haben“, sagt der Ex-Landtagspräsident. Inzwischen sei das Stiftungsvermögen auf 1,5 Millionen Euro gewachsen. Die Dreikönigsstiftung verleiht jährlich den mit 10000 Euro dotierten Siemerling-Sozialpreis, unterhält ein Hospiz und veranstaltet jährlich in Neubrandenburg den Dreikönigs-Benefizabend.

Bürgerstiftung Wismar: Die erste Bürgerstiftung in den neuen Ländern wurde 1998 gegründet – mit damals 84 Stiftern, die 136000 Euro aufbrachten. Sie wollten gute Initiativen in der Hansestadt unterstützen. An der Stiftung sind heute knapp 700 Personen finanziell beteiligt. Allein im vergangenen Jahr unterstützte die Bürgerstiftung gemeinnützige Projekte in der Stadt mit 22 450 Euro. Heute gibt es in MV nach Worten von Jan Holze vier echte Bürgerstiftungen in Wismar, Parchim, Rostock und Neubrandenburg.

Festspiele MV Stiftung: Sie gehört mit rund drei Millionen Euro Kapital zu den größten Stiftungen in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch sie fing einmal klein an, wie der kaufmännische Direktor der Festspiele, Toni Berndt, berichtet. „Angefangen hat es 2010 mit einem Grundkapital von 50000 Euro, das von einer Handvoll Gründungsstiftern aufgebracht wurde“, sagt er. Das Land half und versprach zum 20. Jubiläum der Festspiele für jeden privat aufgebrachten Euro einen Euro aus der Landeskasse bis zur Höhe von einer Million. „Das schlug ein wie eine Bombe und die Million war in kürzester Zeit erreicht.“ Später legte das Land noch einen zweiten solchen „Matching Fund“ über 250 000 Euro auf. Nach Worten von Festspiele-Intendant Markus Fein gibt es heute mehr als 200 Stifter – Großstifter ebenso wie Menschen, die 500 Euro aus Liebe zur Musik und zu den Festspielen geben. 2016 konnte die Stiftung den Festspielen 76 000 Euro bereitstellen.

Stiftung Biosphäre Schaalsee: Ein vermögender Hamburger war begeistert von der Naturschutzarbeit des Vereins Biosphäre Schaalsee und vererbte ihm eine Million D-Mark. Mit dem Geld wurde 2001 die Stiftung gegründet, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen, berichtet Stiftungsvorstand Gerd Schriefer. Die Stiftung kommt vor allem bei längerfristigen Projekten zum Einsatz, wie der Moor-Renaturierung oder der Sanierung von Biotopen in der Schaalsee-Region an der Grenze von MV und Schleswig-Holstein. Bisher seien rund 250 Hektar Land renaturiert und davon 150 Hektar gekauft worden.

Iris Leithold

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