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MV aktuell WWF kritisiert: Schonfrist für Dorsche wird umgangen
Nachrichten MV aktuell WWF kritisiert: Schonfrist für Dorsche wird umgangen
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00:00 21.02.2017

Trotz geltender Laichschonfrist wird nach Angaben des WWF der Dorsch derzeit aus der Ostsee geholt. Möglich mache dies die genehmigte Fischerei auf Plattfische in den Tiefen, in denen sich derzeit der Dorsch zum Ablaichen sammle, sagte die Fischereiexpertin des Naturschutzverbandes WWF, Stella Nemecky. Eigentlich sollten die Dorsche, die sich zum Laichen in Tiefen unter 20 Meter zurückziehen, dabei weder befischt noch gestört werden. „Doch unter der Tarnkappe Schollenfischerei enden die laichbereiten Dorsche nun als Beifang im Schollennetz“, kritisierte Nemecky. Die Laichschonzeit für den Dorsch gilt in diesem Jahr vom 1. Februar bis 31. März. Wegen des schlechten Jungbestandes bei Dorschen in der westlichen Ostsee war die Fangquote für dieses Jahr um 56 Prozent reduziert worden.

Nach Einschätzung des Thünen-Instituts für Ostseefischerei handelt es sich dabei nicht um ein Massenphänomen, sondern um wenige Fischer, die diese Form der Fischerei praktizierten. „Das Unerfreuliche ist, dass die Regelung zur Schonfrist ungenau formuliert ist“, sagte der Direktor des Instituts, Christopher Zimmermann. Die aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium stammende Regelung formuliert ein Verbot der Dorschfischerei und definiert die dafür zugelassenen Netze. Wer mit kleinmaschigeren Netzen arbeite, umgehe die Regelung, sagt Zimmermann. Der WWF kritisiert, dass Deutschland mit dieser Regelung eine Wettfahrt auf laichende Dorsche eröffnet habe. „Das ist skandalös“, so Nemecky. „Dänemark hatte die Schollenfischerei während der Schonzeit in Tiefen jenseits 20 Meter eingestellt.“ Nach Protesten der dänischen Fischer dürften diese nun auch trotz verhängter Schonzeit ihre Plattfisch-Fischerei fortsetzen.Martina Rathke

OZ

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