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MV aktuell Waldbrände: Heute beginnt die Hoch-Risikozeit in MV
Nachrichten MV aktuell Waldbrände: Heute beginnt die Hoch-Risikozeit in MV
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06:44 20.06.2017

Wer gern im Wald ist, sollte spätestens ab heute die Augen offenhalten: Am 20. Juni beginnt statistisch gesehen die Risikozeit für Waldbrände in Mecklenburg-Vorpommern.. „Unser Land ist eine der waldbrandgefährdetsten Regionen in Deutschland“, warnt Heiko Schulz, Waldschutz-Experte beim Landesforst. Derzeit gelten in den Wäldern noch die niedrigsten Waldbrandgefahrenstufen eins und zwei. Anders in Südeuropa. In Portugal wurden bei den bisher schwersten Waldbränden mindesten 62 Menschen getötet.

4

Kilometer pro Stunde – in dieser Geschwindigkeit breitet sich in MV im Schnitt ein

Waldbrand aus – etwa so schnell wie ein

Fußgänger.

Man kann also einem Feuer davonlaufen.

Wesentlich schneller geht es jedoch bei

starkem Wind oder wenn sich die Flammen bergauf ausbreiten.

Grundsätzlich gilt:

Bei jedem Waldbrand die Feuerwehr rufen!

In MV sind vor allem die großen Kiefernwälder im Süden gefährdet, erklärt Experte Schulz: „Wir haben 540000 Hektar Wald, davon sind 40 Prozent Kiefern.“ Die Kiefer sei von allen Baumarten am anfälligsten für Feuer, weil die Krone viel Licht durchlässt, daher der Boden dicht bewachsen ist. Hinzu komme, dass Kiefernwälder in MV sehr jung seien: „Bei jungen Bäumen hängen Äste auch weit unten, können so schneller von den Flammen am Boden erreicht werden.“ Hauptursache für Waldbrände sei der Mensch. „Blitze als einzige natürliche Ursache machen nur ein bis drei Prozent der Feuer aus.

Dann sind auch meist nur einzelne Bäume betroffen“, erklärt Schulz.

Eine Gefahrenquelle sei die wirtschaftliche Nutzung: „Fahrzeuge und Geräte von Land- und Forstwirtschaft können Feuer verursachen, auch der Funkenflug der Eisenbahn.“ Auch rauchende Mitarbeiter, die ihre Kippen wegwerfen, Chemikalien, die sich selbst entzünden und Erntebrände, die auf Wald übergreifen,gehören dazu.

Ein weiterer Risikofaktor sei der Mensch, der im Wald Erholung sucht. Damit er nicht zerstört, was er liebt, gibt Schulz einige Verhaltensregeln: „Machen Sie grundsätzlich kein Feuer im Wald, auch wenn Sie eine Feuerstelle vorfinden. Fahren Sie nicht mit dem Auto in den Wald, falls doch, stellen Sie es so ab, dass der heiße Unterboden kein Feuer auslöst. Werfen sie keine Kippen aus dem Auto.“

Die Landesforstbehörde tut viel, um Brände zu verhindern: „Wir erhöhen seit Jahren den Laubholzanteil“, erklärt Schulz. „Laubbäume brennen nicht so leicht, sie bringen Feuchtigkeit in den Wald und ihre Schatten kühlen.“

An 1000 Kilometern Straßen und Bahnlinien gibt es Streifen, die komplett von Bewuchs freigehalten werden. „Zudem halten wir etwa 30 Tankwagen mit je 6000 Litern Wasser bereit.“ 1100 Löschwasserteiche und -brunnen gibt es in den Wäldern. Überwacht werden sie von 21 Kameras, deren Bilder in der Zentrale in Mirow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) )zusammenlaufen und gezeigt werden.

Wer einen Brand bemerkt oder gar selbst verursacht hat, der sollte zunächst versuchen, ihn zu löschen – allerdings ohne sich zu gefährden, rät Schulz. Als Löschgerät könne Sand oder ein belaubter Ast dienen. „Klopfen Sie Feuer aber nicht aus, das kann es sogar anfachen!“ Vielmehr sollte man den Brand mit Bewegungen wie beim Fegen vom Rand des Feuers hin zur abgebrannten Fläche bekämpfen. Seite 5

Axel Büssem

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