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Waren: Angreifer überrollt Zelt mit dem Auto

Waren Waren: Angreifer überrollt Zelt mit dem Auto

Eine Frau und zwei junge Männer überfallen Jugendliche, die nachts illegal in einem Müritz-Freibad feiern

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Das Volksbad in Waren an der Müritz.

Quelle: Thomas Kohler

Waren. Eine nächtliche Freibad-Party in Waren an der Müritz hätte beinahe blutig geendet. Sechs Mädchen und drei Jungen (14 bis 16) machten am Wochenende heimlich eine Party mit Zelten im Volksbad – einem städtischen Freibad. Anlass war die Jugendweihe. Sonntag früh um 3 Uhr war der Spaß auf einen Schlag vorbei: Zwei junge Männer (19, 21) und eine Frau (27) fuhren mit Autos, einem BMW und einem Golf, auf das Gelände und griffen die Feiernden laut Zeugen zunächst verbal an.

Die Älteren forderten die anwesenden Mädchen auf, zu gehen. Dann eskalierte die Situation: Einer der Älteren soll schließlich mit dem Auto über zwei der insgesamt fünf aufgebauten Zelte gefahren sein. In einem davon hielten sich zwei Jugendliche auf, die glücklicherweise unverletzt blieben. Polizei und Staatsanwalt gehen davon aus, dass dies nur ein Zufall war und ermitteln wegen versuchten Totschlags.

Normalerweise kommen Autos überhaupt nicht auf das Gelände. Nur zufällig stand das Tor vor der Einfahrt in dieser Nacht offen. Laut Polizei hatte das Deutsche Rote Kreuz am Nachmittag ein Fest in der Anlage veranstaltet. Dabei hatte jemand anscheinend vergessen, die Zufahrt wieder zu schließen. Für die nächtliche Party gab es keine Genehmigung. „So etwas gehört genauso wenig wie Campieren zu unserer Hausordnung“, sagt Jörg Felgner, Schwimmmeister des Freibads.

Das Gelände ist mit einen hohen Zaun gesichert, am einzigen Eingang gibt es ein Drehkreuz. Von dem fatalen Streit bekamen die Angestellten nichts mit – ihr Dienst ist um 18 Uhr vorbei. „Meine Kollegen mussten gestern nur den Partymüll beseitigen. Manche Leute wissen anscheinend nicht, wie man richtig feiert“, erzählt Schwimmmeister Felgner.

Betreiber des Freibads ist die Stadt Waren. „Was außerhalb der der Schließzeiten passiert, können wir nicht kontrollieren“, sagt Rathaus-Sprecherin Stefanie Schabbel. Dass sich Jugendliche nachts unerlaubt auf dem Gelände aufhalten, komme vor. Es habe aber nie größeren Ärger gegeben, erst recht nicht in diesem Ausmaß.

Der Vorfall wurde am Sonntag bekannt, als eine 15-Jährige mit ihrer Mutter im Warener Polizeirevier Anzeige erstattete. Als die Beamten bei anderen Jugendlichen nachfragten, bestätigten diese die Angaben.

Die feiernde Gruppe war sofort nach der Auto-Attacke vor den Angreifern aus dem Freibad geflohen. Aus Angst vertrauten sie sich erst am nächsten Morgen ihren Eltern an, teilt die Polizei mit.

Das Motiv der Angreifer bleibt unklar. Zumindest einige der feiernden Jugendlichen sollen sie gekannt haben. „Es liegen auch anderslautende Zeugenaussagen vor“, sagt Polizeisprecherin Diana Mehlberg.

Die Ermittlungen seien umfangreich. Der Vorfall mit feiernden Jugendlichen löst in der Müritz-Stadt erneut Besorgnis aus. Erst im April 2015 starben zwei Jugendliche bei einer Abiparty auf einem Boot im Warener Hafen an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung durch eine defekte Heizung.

gkw

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