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Warener nach Todesschüssen in der Innenstadt unter Schock

Waren Warener nach Todesschüssen in der Innenstadt unter Schock

Zeuge hört Schüsse / Nachbar: Opfer war „Kumpel durch und durch“

Waren. Bei dem Zeugen sitzt der Schreck noch tief: Vor wenigen Stunden musste er mit anhören, wie über ihm eine Frau erschossen wurde: Der Mann, der seinen Namen nicht nennen will, war gerade in dem Versicherungsbüro, das im gleichen Geschäftshaus in Waren (Müritz) untergebracht ist, wie die Kanzlei von Anwältin Gabriele B., die unter anderem in Straf- und Familienrecht sowie Bußgeldsachen tätig war. „Ich hörte drei Mal einen lauten Knall. Zuerst dachte ich, etwas sei runtergefallen oder Kinder hätten Böller gezündet.“ Doch dann wird den Zeugen im Büro klar: Es könnten auch Schüsse gewesen sein. Sie rufen die Polizei.

Die kommt mit einer Armada von Einsatzfahrzeugen und sichert den Tatort mit rot-weißem Absperrband. In der Luft kreist ein Polizeihubschrauber, im Heck eines Transporters warten Spürhunde auf ihren Einsatz. An den Ausfallstraßen stehen Beamte und winken verdächtig wirkende Fahrzeuge heraus. Männer und Frauen in weißen Ganz-Körper-Anzügen gehen in das Haus, um die Spuren der Bluttat zu sichern.

Das Geschäftshaus liegt an einer vielbefahrenen Straße, nur wenige Passanten bleiben stehen. Einer von ihnen meint: „Das ist schockierend. Man kennt so etwas ja aus dem Fernsehen, aber wenn es in der eigenen Stadt passiert – ein komisches Gefühl.“ Ein besorgt aussehender älterer Mann nähert sich und fragt, ob schon Einzelheiten bekannt sind. „Meine Enkelin kam aus der Schule und erzählte, was passiert ist.“ Der Mann ist der Nachbar des Opfers, kennt sie und ihren Mann seit vielen Jahren. „Sie war ein Kumpel durch und durch.“ Er habe auch noch nie gehört, dass die Anwältin auf irgendeine Weise bedroht worden sei.

Wenige Schritte vom Tatort entfernt liegt die Warener Fußgängerzone. In einer Bäckerei ist das Tötungsdelikt Gesprächsthema Nummer eins, bestätigt eine Verkäuferin: „Was meinen Sie denn, heute haben doch alle Internet auf ihrem Smartphone.“ Vor allem jüngere Leute verfolgen gebannt die neuesten Entwicklungen auf ihren Mobiltelefonen. Auch auf den Straßen stehen viele Warener in Gruppen zusammen und reden über die für sie noch unfassbare Tat.

Die Ermittler bemühen sich, so viele Zeugenaussagen wie möglich einzusammeln. „Wir haben die Ermittlungsgruppe mehrfach aufgestockt“, sagt der Neubrandenburger Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. „Es kommt auf die Zeit an, damit die Eindrücke noch frisch sind und wir die Hinweise schnell abarbeiten können.“ Bei vielen Warenern dürften die Eindrücke noch sehr lange hängenbleiben.

Axel Büssem

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