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MV aktuell Warm und feucht: Es droht ein Rekord-Mückensommer
Nachrichten MV aktuell Warm und feucht: Es droht ein Rekord-Mückensommer
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07:30 19.06.2017
In den vergangenen Wochen hatten Mücken ideale Bedingungen. (Symbolfoto) Quelle: Armin Weigel / dpa

Die Quälgeister sind wieder da: In MV hat die Hochsaison für Stechmücken begonnen. Experten erwarten sogar mehr Blutsauger als in den letzten Jahren. Dank des feuchtwarmen Klimas der letzten Wochen haben sie sich bereits rasant vermehrt und gehen jetzt auf Menschenjagd. Doch man kann sich zumindest ein Stück weit gegen die Invasoren schützen.

„Die Stechmücken haben jetzt sehr gute Bedingungen: Es ist warm und die Natur ist ziemlich feucht“, sagt der Rostocker Zoologe Ragnar Kinzelbach. Vor allem drei Arten gehen dem Menschen jetzt auf die Nerven: Die Hausmücke, die entsprechend ihres Namens gern in Wohnungen, Kellern oder Garagen haust, die Aedes-Mücke, die lieber in der Natur bleibt und dort den Menschen angreift, sowie die Kriebelmücke. Sie kriecht Spaziergängern gern unter die Kleidung, um zuzustechen. Sie ist vor allem in der Dämmerung unterwegs und pikst oft am Haaransatz.

Ideale Startbedingungen

Etwa drei Wochen brauchen die Stechmücken, um zu schlüpfen. „Mücken haben in diesem Jahr ideale Startbedingungen“, sagt auch Doreen Walther, Biologin und Mückenexpertin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. „Bei einigen Arten sehen wir jetzt schon die zweite und dritte Generation.“

Wenn das Wetter so bleibe, könne sich die Mückenvermehrung rasend schnell fortsetzen. Dann werde es auch im Sommer deutlich mehr Mücken geben als 2014 und 2015, sagt Walther. Bereits 2016 sei ein gutes Jahr für die Insekten gewesen. Im bundesweiten „Mückenatlas“ des ZALF wurden in diesem Jahr bislang 288 Fundorte von Stechmücken registriert. Wissenschaftler erfassen damit das Vorkommen verschiedener Arten in Deutschland.

Asiatische Tigermücke im Anflug

Die Asiatische Tigermücke wurde bisher nur in Baden-Württemberg und Thüringen nachgewiesen, berichtet Walther. Die Expertin geht aber davon aus, dass sich die Exoten aus Südeuropa in einigen Jahren flächendeckend in Deutschland ausbreiten. Kinzelbach rechnet damit, dass auch MV davon nicht verschont bleibt.

Damit bestehe auch das Risiko, dass exotische Krankheiten, die diese Mücken übertragen können, eingeschleppt werden. Noch bestehe allerdings kein Grund zur Sorge: „Krankheitsübertragungen sind bei uns noch keine große Gefahr“, betont der Experte. Ganz akut ist die Gefahr von juckenden Stichen. „Hier helfen Hautsprays ganz gut.

Sie sind zwar nicht ganz harmlos, aber sie wirken“, rät Kinzelbach. Von Öko-Produkten rät er jedoch ab, die schreckten Mücken nicht wirklich ab.

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