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Warnemünde: Mädchen stirbt nach Badeunfall an Mole

Rostock Warnemünde: Mädchen stirbt nach Badeunfall an Mole

13-Jährige ging trotz Verbots ins Wasser / Lebensretter von der DLRG warnen vor Leichtsinn

Rostock. Trauriger Sommer-Start an der Ostsee: Ein 13 Jahre altes Mädchen ist gestern an den Folgen eines schweren Badeunfalls gestorben. Die junge Rostockerin war am Dienstagabend beim Schwimmen nahe der Westmole in Warnemünde untergegangen. Fast 24 Stunden lang kämpften Ärzte in der Rostocker Uni-Medizin um das Leben des Kindes – vergeblich.

Nach Angaben der Wasserschutzpolizei war die 13-Jährige zusammen mit zwei Freundinnen (13 und 17 Jahre) trotz Badeverbots in die Ostsee gegangen – ausgerechnet in der Nähe der Mole: Nach mehreren schweren Unfällen in der Vergangenheit stehen dort eigens Hinweisschilder, die vor besonderen Gefahren warnen: Rund um die Mole herrschen gefährliche Unterströmungen.

2013 war dort bereits ein elfjähriger Junge ums Leben gekommen. Die Strömungen sind wohl auch den drei Mädchen zum Verhängnis geworden: Bei starkem Wind wurden sie auf das offene Meer hinausgezogen. Während sich die zwei Freundinnen an Land retten konnten, ging die 13-Jährige unter. „Ein Surfer in der Nähe bemerkte die Notlage, rettete das Mädchen und brachte es an Land. Dort wurde umgehend mit der Reanimation begonnen“, so Michaela Freudenreich, Sprecherin der Wasserschutzpolizei. Die Schwimmerin wurde auf die Intensivstation der Uni-Klinik gebracht, verstarb dort aber gestern Nachmittag.

Der Unfall ist nach Angaben der Deutschen Lebens-RettungsGesellschaft (DLRG) das erste tödliche Unglück an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns in diesem Jahr. 2016 waren landesweit 25 Menschen beim Baden ertrunken – zwei weniger als noch 2015. Bundesweit steigt die Zahl der Badetoten nach Angaben der DLRG hingegen: 537 Menschen kamen 2016 bei Unfällen in Gewässern ums Leben – ein Plus von rund zehn Prozent im Vergleich zu 2015. Die Wasserretter in MV sehen einen Grund für diesen Negativtrend in der mangelnden Schwimmausbildung: „Die ist auch in MV ein Problem. Es gibt flächendeckend viel zu wenige Hallenbäder, in denen Kinder das Schwimmen lernen können“, sagt Mirko Marth, Einsatzleiter der DLRG MV. Dabei sei sicheres Schwimmen insbesondere in einem Küstenland eine Grundfähigkeit, die jedes Kind beherrschen müsse.

Die DLRG besetzt in dieser Saison mehr als 80 Rettungstürme in 28 Orten entlang der Küste in MV, dazu kommen fünf Stationen an Binnenseen. Das Deutsche Rote Kreuz stellt Rettungsschwimmer für 14 Ostsee-Strände und 60 Badestellen an Binnenseen. DLRG-Einsatzleiter Marth warnt angesichts des Unglücks in Warnemünde nochmals eindringlich: „Bei Badeverbot sollte niemand ins Wasser gehen. Vor allem junge Leute überschätzen ihre Kräfte.“ Bei auflandigem Wind würden über all an den Stränden gefährliche Strömungen herrschen – vor allem aber an Molen und Buhnen.

Andreas Meyer und Thomas Luczak

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