Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Warnemünde: Sauna-Besucher heimlich gefilmt

Warnemünde Warnemünde: Sauna-Besucher heimlich gefilmt

Im Wellnessbad drei illegal aufgestellte Kameras entdeckt / 42-jähriger Rostocker gesteht die Tat

Warnemünde. Männer, Frauen, kleine Kinder – ohne es zu merken, wurden sie womöglich über Monate Opfer eines Spanners: Ein 42-jähriger Rostocker hat im Sauna-Bereich des „Seebads“ in Warnemünde unerlaubt Video-Aufnahmen von den nackten Gästen gemacht. Er soll insgesamt drei Kameras versteckt haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Rostock gestern Abend mit. Bei polizeilichen Ermittlungen seien am späten Nachmittag im Wellnessbereich zwei Kameras sichergestellt worden.

Die rätselhafte Tat flog am Sonntag auf, als zwei junge Frauen aus Lübz eine der Kameras entdeckten. Anne-Marie S. (30) und Lisa S. (26) bauten das kleine Gerät ab, wandten sich an einen Anwalt, der Anzeige erstattete. Der Rostocker Anwalt Henning Köhler vertritt die beiden jungen Opfer und schildert ihre Sicht des Geschehens: „Die beiden wollten einen entspannten Tag in der Sauna verleben.“ Nach einem der Sauna-Gänge in dem Wellness-Bereich, der zum Aja-Resort gehört, entdeckten die Lübzerinnen dann etwas, das ihnen höchst seltsam vorkam: „Zwischen Shampoo-Probefläschchen lag ein schwarzer Kasten mit USB-Anschluss und einer kleinen Linse.“ Anne-Maria S. und Lisa S. ahnten sofort, was das sein könnte und steckten die Kamera ein. Zu Hause schlossen sie das Gerät an ihren Computer an und entdeckten fast vier Stunden Bildmaterial – aufgenommen im Nacktbereich des „Seebades“. Harald Nowack, Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft, bestätigte, dass der nun Beschuldigte die Nutzung sämtlicher Kameras in dem Saunabereich eingestanden habe. Er stehe damit im Verdacht, durch diese Aufnahmen den höchstpersönlichen Lebensbereich der aufgenommenen Personen verletzt zu haben. Die Taten werden mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet.

Der Fall erinnert an den sogenannten „WC-Spanner“ von Stralsund: 2014 hatte ein damals 39 Jahre alter Mann Kameras auf öffentlich zugänglichen Toiletten an mehreren Orten – unter anderem in einer Bäckerei – versteckt. Wenig später wurden ähnliche Vorfälle an der Uni in Greifswald bekannt. Tatverdächtig war dort ein 47-Jähriger. Andreas Meyer

OZ

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald
Nachdem die Zöllner zwei Personen ohne Papiere aufgegriffen haben, halten sie sie im Einsatzfahrzeug fest, um sie danach zur Bundespolizei nach Stralsund zu fahren.

Zöllner suchen im Raum Greifswald nach illegal Beschäftigten – und werden sofort fündig

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus MV aktuell
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.