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MV aktuell Wasserretter befürchten Badeunfälle mit Flüchtlingen
Nachrichten MV aktuell Wasserretter befürchten Badeunfälle mit Flüchtlingen
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00:01 28.05.2016
Thorsten Erdmann, DLRG Landesverband MV Quelle: privat

Erhöhte Alarmbereitschaft an Stränden und Seen: Mecklenburg-Vorpommerns Wasserretter befürchten, dass in diesem Sommer die Zahl der Badeunfälle im Vergleich zum Vorjahr steigen könnte. Der Grund: Es leben deutlich mehr Asylbewerber im Land als noch vor einem Jahr. Viele von ihnen können kaum oder gar nicht schwimmen, wollen sich aber gern ins Badevergnügen stürzen. Auch der Gefahren, die im Wasser lauern könnten, seien sich viele nicht bewusst, warnt Thorsten Erdmann von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Brandung, Wellen und Strömungen seien schon für Einheimische unberechenbar. „Die meisten Flüchtlinge kennen das aus ihrer Heimat überhaupt nicht.“

Sicher baden: Die DLRG gibt Tipps

20 Sprachen – Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft hat die Baderegeln unter anderem ins Arabische, Afghanische, Somalische und in Farsi übersetzt. Das Faltblatt kann online bei der DLRG bestellt werden und steht als Download bereit.

• Flyer: www.dlrg.de

Gleiches gilt fürs Schwimmen selbst: Strandleben und Badekultur sind in den Heimatländern vieler Migranten kaum verbreitet. Das kann vor allem für Kinder lebensgefährlich werden. Sehen sie, wie Gleichaltrige in die Ostsee springen, machen sie es ihnen womöglich nach, ohne zu wissen, dass man schwimmen können muss.

Fast 500 Menschen sind laut DLRG-Statistik 2015 bundesweit ertrunken. Zu den Opfern zählten 27 Flüchtlinge. In den Gewässern in MV waren im vergangenen Jahr insgesamt 27 Menschen umgekommen, viele davon während der Sommermonate.

Um Badeunfälle zu verhindern, bietet die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes extra Schwimmlehrgänge für Flüchtlinge an. In Samtens auf der Insel Rügen zum Beispiel trainieren Kinder und Jugendliche aus Afghanistan mit den Profis fürs Seepferdchen-Abzeichen.

Das Sozialministerium MV setzt auf Aufklärung: Erstmals gibt es ein Faltblatt mit den wichtigsten Baderegeln auch auf Arabisch heraus. Die DLRG hat solche Flyer sogar in 20 Sprachen übersetzt. Der Bundesverband der Wasserretter fordert bei der Flüchtlingsarbeit mehr Unterstützung von der Politik. Derzeit fehle es den Ehrenamtlern an Kapazitäten, um flächendeckend Kurse anzubieten, bemängelt DLRG-Präsidiumsmitglied Frank Villmow.

Das Land MV könnte Schwimmhallen anmieten, in denen die Wasserretter Asylbewerber unterrichten, schlägt Thorsten Erdmann vor. Vorausgesetzt, bei ihnen sei das Interesse dafür da. Erdmann: „Wir können niemanden dazu zwingen, schwimmen zu lernen. Es ist aber die beste Prävention. Das gilt für Einheimische wie für Flüchtlinge.“

Damit Zugewanderten nichts passiert, wollen die Rettungsschwimmer noch aufmerksamer sein und jene, bei denen sie einen Migrationshintergrund vermuten, aktiv vor Gefahren warnen. „Wenn es auf Deutsch und Englisch nicht klappt, zur Not mit Händen und Füßen“, sagt Thorsten Erdmann. Dabei helfen könnten ihnen Kommunen und Freibadbetreiber: Sie können beim DLRG-Bundesverband mehrsprachige Warntafeln bestellen.

Antje Bernstein

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