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MV aktuell Weg vom Blei: neue Munition für Jäger auf Landes-Flächen
Nachrichten MV aktuell Weg vom Blei: neue Munition für Jäger auf Landes-Flächen
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00:00 09.09.2013
Damm

Jagdmunition aus Blei soll ab April 2014 an auf landeseigenen Flächen in Mecklenburg-Vorpommern verboten werden. Damit hat die letzte Herbstjagdsaison mit herkömmlicher Munition begonnen. „Für die Jäger bedeutet das eine gewisse Umstellung“, erklärt Henning Voigt, Vize-Geschäftsführer des Landesjagdverbands. Der Verband in Damm (Ludwigslust-Parchim) vertritt fast 11 000 Jäger.

Bleifreie Munition habe ein anderes ballistisches Verhalten, sagt Voigt. Die Geschosse prallten schneller ab und sind daher im Gelände gefährlicher als Bleimunition. Nicht umsonst hätten Geschosse, wie sie vom Militär und von Behörden verwendet werden, Bleikerne, sagt er. Die Jäger müssten künftig noch mehr auf Sicherheit achten und ihre Waffen mit der neuen Munition einschießen. Übungen seien an den Schießständen der Kreisjagdverbände möglich. Einige Jäger hätten schon Erfahrungen mit den Geschossen aus Zink, Zinn, Kupfer und Weicheisen.

Bleimunition ist bereits in mehreren Bundesländern auf landeseigenen Flächen verboten: in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen sowie im Saarland. Till Backhaus (SPD), Agrarminister von MV, hatte sich auf der Agrarministerkonferenz Ende August in Würzburg für eine bundeseinheitliche Regelung eingesetzt.

Es gebe aber auch Bedenken. „Die neue Munition muss auf ihre Langzeitwirkung im Gelände erst noch untersucht werden“, sagt Voigt. Die Jäger sollen weg vom Blei, weil das giftige Schwermetall nicht in die Umwelt gelangen darf. So verenden immer wieder Seeadler an Bleivergiftung, weil sie erlegtes Wild oder Überreste mit Bleisplittern fressen. Auch Tierschützer, meinte Voigt, stehen der neuen Munition skeptisch gegenüber. „Sie tötet nicht so schnell wie Blei“, erklärte er. Das Wild habe längere Fluchtwege, quäle sich dabei. Die neue Regelung gilt Voigt zufolge auf weniger als 20 Prozent der Fläche von MV und auf etwa der Hälfte der Waldflächen.

Birgit Sander

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