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„Wenn ich anderen geholfen habe, freut mich das“

Rostock „Wenn ich anderen geholfen habe, freut mich das“

Flüchtlingsmädchen Reem Sahwil spricht im OZ-Interview über ihr neues Buch

Rostock. Vor zwei Jahren wurde die damals 13-jährige Reem Sahwil aus Rostock auf einen Schlag weltbekannt, als das palästinensische Flüchtlingsmädchen im Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel in Tränen ausbrach. Jetzt ist Reem 16 und hat ein Buch über ihr noch junges Leben geschrieben. Seit heute ist es im Handel.

 

OZ-Bild

Flüchtlingsmädchen Reem Sahwil.

Quelle: Foto: Susanne Krauss/heyne Verlag

Dein Buch heißt „Ich habe einen Traum“. Wovon träumst Du denn?

Reem Sahwil: Der Titel steht nicht allein für den einen Traum. In Deutschland zu bleiben, zu studieren, ein sicheres Leben zu führen, das sind ein paar meiner Träume. Das Buch soll auch allen in einer ähnlichen Situation Hoffnung geben.

Deine berühmte Begegnung mit Angela Merkel liegt jetzt zwei Jahre zurück. Wie haben dieser Moment und seine Folgen Dein Leben verändert?

Ich habe viel Neues daraus gelernt, neue Erfahrungen gesammelt und meine Selbstständigkeit hat sich um einiges gebessert. Danach hat sich auch mein Aufenthaltsstatus noch zum Positiven gewendet.

Du warst nach der Begegnung eine Symbolfigur für gelungene Integration in Deutschland. Hast Du diese Rolle gerne angenommen? Konntest du in dieser Funktion etwas erreichen?

Für mich ist diese Rolle nichts Negatives. Im Gegenteil. Integration in Deutschland ist ein wichtiges Thema. Um hier zu leben, ist eine gute Integration sehr wichtig. In Rostock war das für mich und meine Familie möglich, wir haben von allen Seiten viel Unterstützung erhalten und sehr liebe Menschen kennengelernt. Die Rolle als Symbolfigur habe ich nicht freiwillig angenommen, aber wenn ich anderen damit in irgendeiner Form geholfen habe, freut mich das umso mehr.

Du hast die Kanzlerin ja später nochmal getroffen. Was hältst Du von ihr?

Die Bundeskanzlerin ist eine tolle Person. Ich bewundere ihre Einsatzbereitschaft, wenn es darauf ankommt. Sie ist sympathisch und sehr freundlich. Unser zweites Zusammentreffen in Berlin war sehr schön und hat mir viel bedeutet.

Wie siehst Du Deine nächste Zukunft? Willst Du immer noch Lehrerin werden? Und würdest Du gerne in Rostock bleiben?

Ich möchte hier sicher leben, ich möchte hier weiterhin gerne lernen, gerne Träume verwirklichen und mit meinen Eltern glücklich leben. Bis heute möchte ich noch Lehrerin werden. Wer weiß, vielleicht sieht es auch ganz anders aus, wenn es soweit ist, dass ich mich dafür entscheiden muss. Rostock ist eine schöne Stadt und meine Schule, meine Freunde und meine Familie sind alle hier, das macht mich glücklich. Ich würde gerne hier bleiben.

Buchtipp: Reem Sahwil: „Ich habe einen Traum. Als Flüchtlingsmädchen in Deutschland“, Heyne Verlag, 9,99 Euro, 240 Seiten, erhältlich auch im OZ-Shop (www.shop.ostsee-zeitung.de)

Interview von Axel Büssem

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