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MV aktuell „Wessi“ lässt sich von „Ossi“-Firma schlucken
Nachrichten MV aktuell „Wessi“ lässt sich von „Ossi“-Firma schlucken
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18:13 11.10.2018
Sammler Dieter Luchs zeigt in Bützow eine kleine Auswahl seiner Tütensammlung aus der DDR. Quelle: dpa-Zentralbild
Rostock/Schwerin

Das Besondere: Wessi schluckt Ossi. Solche Firmenübernahmen kennen Ostdeutsche seit der Wende zur Genüge. In Bremen läuft es jetzt andersherum: Das 120 Jahre alte Unternehmen Photo Dose hat jüngst seinen letzten noch verbliebenen Geschäftsbereich, sein Onlineportal, an die ebenfalls traditionsreiche Firma Orwo aus Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) verkauft. Die Photo-Dose-Gesellschaft existiert formell weiter, ist aber nicht mehr operativ tätig, wie Geschäftsführer Nick Dose sagte.Es ist das faktische Ende eines rasant gewachsenen und anschließend heftig geschrumpften Familienbetriebs.

Jeder Fotoamateur in Norddeutschland konnte sich in den 1970er oder 1980er Jahren glücklich schätzen, wenn in seiner Nähe eine Photo-Dose-Filiale eröffnet wurde. Endlich musste man Filme und Kameras nicht mehr in der kleinen Fotoabteilung altbackener Drogerien kaufen, sondern konnte ein modernes Fachgeschäft aufsuchen Während Firmengründer Willy Dose sein „Echtlicht-Atelier“ 1898 zunächst als Ein-Mann-Betrieb führte, machten seine Nachfahren daraus eine Filialkette mit vielen Hundert Beschäftigten und 120 Niederlassungen im ganzen Norden, sei es in Flensburg, Hannover oder Osnabrück und nach der Wende auch in Rostock und Schwerin. Bis zur Jahrtausendwende waren die Bremer „einfach an jeder Milchkanne“ vertreten, sagte mal Nick Dose dem Weser-Kurier. Photo Dose war eine Institution. Sogar bis Berlin reichte ihr Expansionsdrang.

Aber dann kam die Digitalisierung. Nach der Jahrtausendwende verlagerte das Unternehmen sein Geschäft zunehmend auf Online-Bestellungen, die in einem neu errichteten Bremer Großlabor ausgeführt wurden, seien es Kaffeetassen mit Familienfotos oder individuell gestaltete Fotobücher. Parallel dazu schrumpfte nach und nach die Zahl der Filialen. Im Frühjahr waren es nur noch ein Dutzend. Sie nahmen gerade mal zwei Prozent der Fotoaufträge entgegen. Da zog die Geschäftsführung die Reißleine. Das Onlineportal photodose.de samt sechsstelligem Kundenstamm ist zum 1. Oktober zu Orwo gewechselt. Was bisher in Bremen produziert wurde, erledigt künftig das Werk in Bitterfeld.

Eckhard Stengel

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