Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
West-Studenten zieht es an die Ostsee

Rostock/Greifswald West-Studenten zieht es an die Ostsee

Die Hochschulen in MV verzeichnen einen höheren Zulauf als im ostdeutschen Durchschnitt.

Voriger Artikel
Reitpony bei Unfall mit Kleinlaster verletzt
Nächster Artikel
Lokalsender in MV erhalten „Regiostars“

Malena Seffner (23) aus Meppen und Steffen Winkel (26) aus Lathen studieren gern in Rostock.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl, Peter Binder

Rostock. „Studieren mit Meerwert“ — das zieht. An ostdeutschen Universitäten kommen im Schnitt nur knapp 20 Prozent der Studenten aus Westdeutschland. Anders sieht es in Mecklenburg-Vorpommern aus. Hier liegen die Werte erheblich darüber. So kommt an der Hochschule Wismar nahezu die Hälfte der Studenten aus dem Westen. In der Hansestadt reibt man sich angesichts der aktuellen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach nur ungläubig die Augen. Im Auftrag der Hochschulinitiative Neue Bundesländer war Allensbach der Frage nachgegangen, warum nur wenige Westdeutsche im Osten studieren wollen. „Die ostdeutschen Hochschulen haben Schwierigkeiten, eine Aura zu entfalten — ein Imageproblem“, fasst Allensbach-Projektleiter Dr. Thomas Petersen das Ergebnis zusammen. Ein Argument, das für Wismars Hochschul-Sprecher Jan Putensen nicht zieht. Der Großteil der ostdeutschen Hochschulen könne auf eine „amtliche Historie“ zurückblicken. „Da ist definitiv mehr Aura im Spiel als bei so mancher neu gegründeten Hochschule in westdeutschen Ballungsgebieten“, sagt Putensen. Ähnlich sieht es Mirko Boldt vom privaten Baltic College in Schwerin, wo ebenfalls die Hälfte der Studierenden aus den alten Bundesländern kommt. Wenn es in Stralsund auch erst 21,7 Prozent sind — die Zahlen steigen stetig. „Vor sieben Jahren hatten wir maximal elf

0000xwhl.jpg

Sandra Fikus (l., 25) aus Berlin und Jessica Barth (27) aus Reutlingen f�hlen sich wohl an der Uni Greifswald.

Zur Bildergalerie

Prozent West-Studenten“, sagt Hochschulsprecher Dr. Rudi Wendorf.

„Es gibt kaum einen Landkreis in Deutschland, aus dem kein Student unserer Uni kommt“, betont Jan Meßerschmid von der Ernst-

Moritz-Arndt-Universität in Greifswald. Schon vor der aktuellen Landeskampagne „Studieren mit Meerwert“ verzeichnete man „deutlichen Zulauf“ von Studierenden aus den alten Ländern. Derzeit kommen 33 Prozent der Studenten in Greifswald aus dem Westen. In Landschaftsökologie und Naturschutz machen sie fast die Hälfte der Studentenschaft aus. An der Hochschule Neubrandenburg ist es insbesondere die Agrarwirtschaft, die junge Leute aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen anzieht. In Rostock führt die Medizin gemeinsam mit den Naturwissenschaften, Maschinenbau, Agrar- und Wirtschaftswissenschaften die Hitliste bei West-Studenten an.

An ein Imageproblem der ostdeutschen Hochschulen mag Rostocks Uni-Sprecher Ulrich Vetter nicht glauben. Ausstattung, Studienangebote, studentische Infrastruktur müssten keinen Vergleich scheuen.

Außerdem punkte man mit persönlicher Betreuung der Studenten, ergänzt Christine Manthe von der Neubrandenburger Hochschule. „Vielfach dürfte der Vergleich sogar zugunsten der Ost-Hochschulen ausfallen“, ist Vetter überzeugt. Für ihn auch der Grund, warum die Zahl der West-Studenten in Rostock steigt. 29 Prozent derer, die sich zum Wintersemester einschrieben, kamen aus Westdeutschland oder Berlin. 2011 waren es 27,8 Prozent, ein Jahr davor 24,5 Prozent.

Die in der Allensbach-Studie konstatierte Sorge, mit dem Abschluss einer „Ost-Uni“ schlechtere Karrierechancen zu haben, sei völlig unbegründet: „Mit jedem exzellenten Absolventen entkräftet sich ein solches Vorurteil Stück um Stück, bis es hoffentlich verschwindet“, betont Vetter. Ob die Absolventen nach dem Studium allerdings ihre berufliche Karriere in MV starten können, steht auf einem anderen Blatt. „Es fehlen die Angebote aus der Wirtschaft“, bedauert der Greifswalder Uni-

Sprecher Meßerschmidt.

Knapp 40 000 Studierende im Nordosten

9200 junge Menschen haben zum Wintersemester 2012/2013 ein Studium an den sieben Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern begonnen, 700 mehr als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt gibt es im Nordosten derzeit etwa 40 000 Studierende.
Die Broschüre „Studieren mit Meerwert — Studieren in M-V“ informiert auf 56 Seiten über die Studienmöglichkeiten im Land.

Mit jedem exzellenten Absolventen entkräftet sich ein Vorurteil.“Ulrich Vetter, Sprecher der Universität Rostock

Katrin Starke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus MV aktuell
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.