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MV aktuell „Wie ich mit Marteria im Ostseestadion rappte“
Nachrichten MV aktuell „Wie ich mit Marteria im Ostseestadion rappte“
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00:00 29.09.2018
Rostock

Der Beat knallt derb. Mehr als 32 000 Fans gehen ab. Das ausverkaufte Ostseestadion in Rostock bebt. Marteria heizt die Massen an. Sie sollen seine Homies feiern – die Jungs, mit denen Rostocks Lieblingsreimer seine Hip-Hop-Karriere begann. Gabriel Rath, auch bekannt als „Gabreal“, läuft durch den Tunnel zur Bühne. Jetzt gilt’s – raus da und den Leuten geben, was sie hören wollen. Jedes Wort schlägt ein, dann rappen alle: „R-O-S-T-O...C-K!“ „Das war ein absoluter Traum. Es hat sich angefühlt wie ein Fallschirmsprung: Der Körper sagt nein, aber der Kopf sagt ja.“ Gabriel Rath schmunzelt, als er an diesen „epischen Abend“ zurückdenkt. Wer ihn an diesem Morgen – rund zwei Wochen nach der Show seines Lebens – sieht, erkennt den Rapper erst auf den zweiten Blick. Der 38-Jährige trägt Anzug und Hemd, als er im Café Lotte sitzt und Zucker in seinen Kaffee Crema rührt. Er muss gleich zur Arbeit – in der Ostseesparkasse. Wo bitte? „Ja, das überrascht viele“, sagt der Rostocker und lacht. Mancher Kollege wiederum könne ihn sich schwer als Gabreal vorstellen.

Früher rappten sie im Kinderzimmer, nun im Stadion: Gabreal & Marteria Quelle: Foto: Privat

Dabei hat er sich in der Hip-Hop-Szene längst einen Namen gemacht. Zwei Alben und vier Mix-Tapes hat Gabreal bislang rausgebracht, gab Gigs vor bis zu 2000 Leuten. Seine Fans feiern ihn für seinen Flow, wie sich das perfekte Zusammenspiel von Stimme, Beat und Melodie im Hip-Hop-Jargon nennt, und seine Texte. Letztere sind aus dem Leben gegriffen. „Ich will Geschichten erzählen“, sagt Gabriel Rath. Gemein haben sie eine Botschaft: „Egal wie es gerade bei dir läuft, du kannst dein Leben jederzeit ändern, wenn du willst. Die Welt gehört dir“, sagt Rath. Gangster-Attitüde? Nicht sein Ding.

„Ich muss heute niemandem mehr was beweisen. Aber früher sind wir alle rumgelaufen, als kämen wir aus der Bronx“, scherzt er. Früher – das ist Mitte der 1990er. US-Hip-Hop erlebt seine zweite goldene Ära und in seinem Kinderzimmer rappt der 15-jährige Gabriel Rath die Texte von Ice-T und Warren G mit. Er beginnt, selbst zu texten. Wenig später sitzt er mit einem gewissen Marten Laciny vor der Hifi-Anlage und nimmt mit ihm Freestyles auf Kassetten auf. Die Kumpels nennen sich Gabreal und Marteria und gründen die Rapcrew „Warn Direct“. Der Rest ist Musikgeschichte, die mit dem Auftritt im Ostseestadion ihren vorläufigen Höhepunkt findet.

„Unglaublich, wie weit wir gekommen sind“, sagt Gabriel Rath. „Als Jungs haben wir davon geträumt. Ich freu’ mich extrem für Marten, dass er es geschafft hat. Bei mir hat’s nicht gereicht, aber ich bin trotzdem glücklich.“ Kein Wunder. Das Leben meint es gut mit ihm. Gabriel Rath ist verheiratet, hat zwei Töchter (5 und 8), das dritte Mädchen wird im Januar geboren. Am Familienleben lässt der Papa die ganze Welt teilhaben – durch seine Musik und online in seinem Blog „Daddymodus“. Die Worte scheinen dem Rostocker nie auszugehen. Auf gabrealness.com bloggt er über sein Musikerleben, auf gabrielrath.com über seinen Berufsalltag.

Live in Rostock

32 000 Fans haben das Konzert, das Marteria am 1. September im Ostseestadion gab, erlebt. Highlight: Rostocks Vorzeige-Rapper holt die alten Weggefährten Gabreal, die Underdog Cru, Pussi aka Käpt’n Hook, Marlow, Hägi und Mauler auf die Bühne. Wer’s verpasst hat, sollte sich den 30. November vormerken: Dann erscheint die Show auf DVD, Blu-Ray und CD.

Antje Bernstein

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