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Rostock Wie werde ich Chef?

„Unternehmer Jazz“: OZ-Reihe zur Nachfolge in Unternehmen infomiert in lockerem Rahmen. Die IHK ist mit an Bord.

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200 000 Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern hängen davon ab, dass in den nächsten Jahren Firmenchefs einen Nachfolger finden. In rund 12 000 Unternehmen steht bis 2025 ein Führungswechsel an.

Quelle: Fotolia

Rostock. Eine wichtige Frage treibt gerade ältere Unternehmer in Mecklenburg-Vorpommern um: „Wer übernimmt später einmal meine Firma?“ Nach Schätzungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rostock stehen bis zum Jahr 2025 rund 12000 Unternehmen vor einem Führungswechsel, aber nur bei der Hälfte davon dürfte die Übergabe auch tatsächlich gelingen. Die OSTSEE-ZEITUNG und die IHK wollen daher mit der neuen Veranstaltungsreihe „Unternehmer Jazz“ in lockerem Rahmen gemeinsam über das Thema informieren.

Zum Auftakt berichten am Donnerstag im Rostocker OZ-Medienhaus die ortsansässigen Unternehmer Benjamin Weiß (Trihotel Am Schweizer Wald) sowie Michael Brüning (Ferdinand Schultz Nachfolger) über ihre Erfahrungen beim Wechsel an die Spitze ihrer jeweiligen Unternehmen. Den musikalischen Teil des Abends übernimmt Andreas Pasternack.

Michael Brüning hat zum 1. Juli dieses Jahres den Posten des Geschäftsführers von seinem Vater übernommen. Gemeinsam mit Tom Scheffler, der wiederum seinem Schwiegervater in spe nachfolgte, bildet er jetzt das Führungsduo bei der Unternehmensgruppe rund um Fahrzeuge verschiedener Ausrichtung. „Den Führungswechsel haben wir zwei Jahre lang vorbereitet“, berichtet Brüning. „In dieser Zeit habe ich viel über die Kundenverhältnisse, Bankbeziehungen, Personalstruktur und -führung gelernt.“

Gerade der Umgang mit den Mitarbeitern sei eine große Herausforderung gewesen: „Als Innendienstleiter hatte ich fünf Mitarbeiter unter mir, nun bin ich für 120 verantwortlich“, sagt Brüning.

„Teilweise gab es bei den Mitarbeitern auch Sorgen, was der Wechsel mit sich bringen würde. Ich konnte ihnen erklären, dass es zwar Veränderungen geben würde, die Sorgen aber unbegründet sind.“

Die zweijährige Übergangsphase sei notwendig gewesen, betont der Jung-Geschäftsführer: „Bei einem Unternehmen unserer Größe braucht man die Zeit. Ich musste alle Standorte und das gesamte Führungspersonal kennenlernen.“ Sein Vater halte sich seit dem Wechsel aus der Führungsarbeit heraus, sagt Brüning: „Wir haben im Vorfeld geklärt, dass es zum Stichtag einen klaren Schnitt geben soll. Und mein Vater hat auch pünktlich sein Büro geräumt.“

Benjamin Weiß übernahm 2010 das Hotel von seinen Eltern. „Wir haben das innerhalb eines Jahres gemanagt“, berichtet Weiß. Er habe die Erfahrung gemacht, dass eine Übergabe innerhalb der Familie eine besondere Herausforderung darstellt: „Da spielen emotionale Faktoren eine entscheidende Rolle. Die neue Generation hat oft andere Vorstellungen als die Vorgänger.“

Eine dieser neuen Vorstellungen, die Weiß in das Unternehmen einbrachte, war das Teilen von Verantwortung. „Ich wollte nicht mehr alles selbst in der Hand haben, wie es bei meinen Eltern noch war.“

Also vergab er Aufgaben an seine Führungsriege im Hotel. „Ein wichtiger Grund war, dass ich mehr Zeit für meine Kinder haben wollte.“

Zudem sei es ihm darum gegangen, eigene Akzente zu setzen: „Ich wollte nicht nur in die Fußstapfen meiner Eltern treten, sondern neue Fußstapfen setzen“, betont er. „Es war für meine Eltern schwer, loszulassen. Aber am Ende haben wir es so hinbekommen, dass beide Seiten zufrieden waren.“

Die Gesprächsrunde wird komplettiert durch OZ-Chefredakteur Andreas Ebel und IHK-Präsident Claus Ruhe Madsen. Ebel ist überzeugt: „Unternehmensnachfolgen sind ein zentrales Wirtschaftsthema in den nächsten Jahren. Tausende Arbeitsplätze hängen davon ab. Schon deshalb hat es Priorität.“ In diesem Jahr wird darum im Rahmen des OZ-Existenzgründerpreises auch erstmals ein Nachfolgepreis, gestiftet von der IHK zu Rostock, vergeben.

IHK-Chef Madsen erklärt die Idee hinter der Veranstaltungsreihe: „Wir wollen in entspannter Atmosphäre Menschen, die auf der Suche nach einer Unternehmensidee sind, mit Unternehmern zusammenbringen, die einen Nachfolger suchen.“ Potenziellen Existenzgründern solle gezeigt werden, dass sie nicht bei Null anfangen müssen.

Axel Büssem

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