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Wieder Grabungen am Kap Arkona

Kap Arkona Wieder Grabungen am Kap Arkona

Vor dem Absturz ins Meer: Archäologen suchen nach Resten von Tempelanlage

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Schon bei früheren Ausgrabungen am Kap Arkona wurden Profile der Erdschichten vermessen und aufgezeichnet.

Quelle: Irene Burow

Kap Arkona. . Die Überreste der mythenumwobenen slawischen Tempelanlage am Kap Arkona stehen wieder im Fokus der Archäologie. Gestern begann das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege mit einer neuen Grabung an der Nordspitze der Insel Rügen. Bis Herbst wird das Grabungsteam nach jetzigen Planungen ein rund 500 Quadratmeter großes Areal untersuchen und mögliche Funde bergen und dokumentieren. Mit der Grabung wolle man dem fortschreitenden Küstenabbruch zuvorkommen, sagte der wissenschaftliche Projektleiter Fred Ruchhöft.

Von der gesamten Anlage am Kliff des Kaps ist nur noch rund ein Drittel erhalten. Weil sich die Ostsee pro Jahr rund einen halben Meter von der Steilküste holt, führt das Landesamt für Denkmalpflege seit 2012 systematische Notgrabungen durch. Die Tempelburg an der Nordspitze von Rügen gilt als das zentrale Heiligtum der westlichen Slawen. Sie war im Jahr 1168 endgültig von den dänischen Christen erobert und zerstört worden.

Im Gegensatz zum Vorjahr erwarten die Archäologen in diesem Jahr keine spektakulären Funde. „Wir arbeiten im Randbereich der Anlage, wo eigentlich keine außergewöhnlichen Entdeckungen zu erwarten sind“, betonte Ruchhöft. Der aktuelle Grabungsbereich, der bis Oktober untersucht werden soll, befinde sich nahe des Walls.

Im vergangenen Jahr waren die Forscher überraschend auf Überreste einer rund acht mal zwölf Meter großen Halle gestoßen, die offenbar kultischen Handlungen diente. Konkret entdeckte das Grabungsteam Pfostengruben unmittelbar an der Kliffkante, die zusammen eine leicht schiffsförmige Form ergeben. Die Annahme, dass dieses Gebäude Ort kultischer Handlungen war, hat sich nach Angaben des Grabungsexperten Ruchhöft inzwischen weiter verdichtet. „Wir sind von der Deutung als Tempel nicht so weit weg.“

Diese Halle stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert und ist damit älter als der eigentliche Tempel des slawischen Gottes Swantevit. Der zentrale Teil der Anlage, die Überreste des Tempels selbst, ist vermutlich schon vor mehr als 100 Jahren durch die Küstenabbrüche ins Meer gestürzt. Damit werde ein Teil der Geschichte offen bleiben müssen, so Fred Ruchhöft. Das Land stellt für die Grabung 150 000 Euro bereit.

Martina Rathke

OZ

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