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MV aktuell Wieder da: Vermisste 14-Jährige in Spanien aufgetaucht
Nachrichten MV aktuell Wieder da: Vermisste 14-Jährige in Spanien aufgetaucht
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09:16 14.03.2018

Dreieinhalb Wochen nach ihrem Verschwinden ist die vermisste 14-jährige Schülerin aus Grevesmühlen wieder aufgetaucht. Das Mädchen stand am Montagabend plötzlich in einer Polizeistation in der spanischen Region Valencia – 2300 Kilometer entfernt von ihrer Heimat. Die Beamten der Guardia Civil nahmen sie in Obhut. Anschließend telefonierte das Mädchen mit dem Polizeirevier in Grevesmühlen. „Sie gab an, dass es ihr gut geht“, sagte Polizeisprecher Axel Köppen.

Alex K. wird noch gesucht
Die Schülerin Quelle: Fotos: Polizei

Körperliche Beziehungen zu 13-Jährigen sind tabu

Schutzalter: Für sexuelle Beziehungen mit Minderjährigen gelten strikte Regeln: Unter 14 Jahren sind sie verboten. Bei einer Zwangslage steigt das Schutzalter auf 18 Jahre. Das gilt etwa für Verhältnisse mit Lehrern oder Erziehern. Die Schülerin aus Grevesmühlen soll erst 13 gewesen sein, als die Beziehung zu dem Betreuer begann.

Das Jugendamt Nordwestmecklenburg bereitet die Heimreise vor. „Sie hat selbst um ihre Rückkehr gebeten“, sagte eine Kreissprecherin. Die Behörde stehe in Kontakt mit dem Konsulat in Spanien, Mitarbeiter des Jugendamtes sollen die 14-Jährige aus einem Ort in der Nähe der Stadt Valencia abholen. Nach ihr war europaweit gesucht worden.

Unklar bleibt der Aufenthaltsort von Alex K., dem ebenfalls verschwundenen Betreuer der Schülerin. Die Polizei fahndet nach dem 24-Jährigen, gegen ihn besteht der Verdacht des Missbrauchs von Schutzbefohlenen und der Entziehung Minderjähriger. Der verheiratete Familienvater und die 14-Jährige sollen ein Liebesverhältnis gehabt haben – das sagten jedenfalls die Mutter, deren Lebensgefährte und eine frühere Mitbewohnerin aus der Grevesmühlener Wohngruppe dem TV-Sender Sat.1. Angeblich soll die Jugendliche sogar schwanger sein. Nach geltender Rechtslage sind sexuelle Beziehungen von Aufsichtspersonen und den ihnen anvertrauten Personen nur dann nicht strafbar, wenn der oder die Schutzbefohlene volljährig ist.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland will die Polizei die 14-Jährige zu Alex K. befragen. Die beiden verschwanden in der Nacht auf den 16. Februar, zusammen mit dem schwarzen Hyundai Santa Fe von Alex K. – möglicherweise nachdem ihre illegale Beziehung aufgeflogen war, wie mehrere Boulevardmedien erfahren haben wollen.

„Davon weiß ich nichts“, sagt Holger Glatz, Geschäftsführer beim Jugendhilfezentrum „Käthe Kollwitz“, Betreiber der Wohngruppe in Grevesmühlen. Von Alex K. hat er seitdem nichts mehr gehört. Der 24-Jährige soll sein Handy in den Briefkasten seiner Wohnung geworfen haben, in der er mit Frau und Kind lebte. Eine Liebesbeziehung sei in jedem Fall fatal, so Glatz. „Eigentlich sind alle Mitarbeiter professionell genug, um so etwas verhindern.“ Es sei kaum vorstellbar, dass sich ein Verhältnis bei wöchentlichen Teamsitzungen und Supervision geheim halten lasse. Zudem müsse jeder Mitarbeiter vor seiner Einstellung ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Hätten andere Kollegen etwas von der Beziehung bemerkt, hätten sie Alarm geschlagen, meint Glatz.

Ob die 14-Jährige wieder in eine Einrichtung dieses Trägers einziehen wird, sei derzeit noch offen, so der Geschäftsführer. Ganz sicher werde sie aber nicht mehr in derselben Wohngruppe leben. Die öffentliche Fahndung mit Namen und Fotos in unzähligen Medien sei eine starke Belastung für das Kind, das wegen schwieriger familiärer Verhältnisse vor zwei Jahren freiwillig in die Wohngruppe gezogen war. „Mit ihr muss jetzt sehr viel gearbeitet werden“, sagt Holger Glatz. Das Jugendamt bittet um einen „sensiblen Umgang mit dieser Situation, um dem Mädchen eine Rückkehr in ein möglichst normales Umfeld zu ermöglichen“.

Aber warum Südspanien? Zeugen gaben an, das Paar in Karlsruhe und Hamburg gesehen zu haben, was sich als falsch herausstellte. Eine ältere Schwester der 14-Jährigen soll auf der iberischen Halbinsel leben, in Portugal.

Gerald Kleine Wördemann

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