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Wieder zwei Tote: Traurige Unfallserie im Nordosten 17-Jähriger und Motorradfahrer gestorben / Trauerfeier für Opfer von Groß Kiesow

Stralsund Wieder zwei Tote: Traurige Unfallserie im Nordosten 17-Jähriger und Motorradfahrer gestorben / Trauerfeier für Opfer von Groß Kiesow

Die Serie schwerer Verkehrsunfälle reißt nicht ab: Erneut sind zwei Menschen auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns ums Leben gekommen.

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Bei Ribnitz-Damgarten kam ein 17-Jähriger ums Leben.

Quelle: Feuerwehr

Stralsund. Die Serie schwerer Verkehrsunfälle reißt nicht ab: Erneut sind zwei Menschen auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns ums Leben gekommen. Ein 17-jähriger Beifahrer starb am Montagabend zwischen Freudenberg und Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen), nachdem der Fahrer (18) des Autos von der Straße abgekommen und mit mehreren Bäumen kollidiert war. Der Fahranfänger überlebte schwer verletzt. Nur wenige Stunden zuvor starb in Neubrandenburg ein 38-jähriger Motorradfahrer bei einem Überholmanöver. Er war mit einem entgegenkommenden Auto kollidiert.

Dessen Fahrer (63) erlitt einen Schock.

Mit den beiden jüngsten Opfern sind binnen dreier Tage sechs Menschen bei Unfällen gestorben. Erst am Sonnabend waren drei Männer und eine Frau auf der Heimfahrt von einer Wiedersehensfeier in Groß

Kiesow (Vorpommern-Greifswald) getötet worden, als ihr Auto frontal in einen Baum krachte (die OZ berichtete). Für sie fand am Montag eine Trauerfeier statt, bei der 300 Menschen ihrer gedachten.

In diesem Jahr sind schon mindestens 50 Menschen bei Unfällen mit Auto, Fahr- oder Motorrad ums Leben gekommen. Allein in den ersten sechs Monaten starben 43 Menschen – fünf mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu den Hauptursachen zählten Vorfahrtsfehler und zu hohes Tempo. Deshalb setzte die Polizei auf „einen starken Kontrolldruck im Bereich der Geschwindigkeitsüberwachung“, betont Innenminister Lorenz Caffier (CDU).

Gerade jetzt sei das Risiko auf den Straßen besonders groß, sagt Carsten Willms, Verkehrsexperte beim Automobilclub ADAC. „MV ist ein Urlaubsland mit Millionen Gästen im Sommer. Mit ihnen steigt das Unfallpotential immens.“ Auch wenn es aktuell häufig krache, bedeute das nicht, dass es für Verkehrsteilnehmer gefährlicher geworden sei. Betrachte man den Trend der vergangenen Jahre, habe sich die Situation stark verbessert. 2011 hatte es 143 Verkehrstote in MV gegeben. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 93.

Die Ermittlungen zum Unfall von Groß Kiesow dauern derweil an. Bislang geht die Polizei davon aus, dass die Fahrerin des Unfallwagens zu schnell fuhr. Ob die 20-Jährige, die selbst beim Unfall starb, unter Einfluss von Drogen oder Alkohol stand, wird untersucht. Ihr wurde dafür eine Blutprobe entnommen. Die Staatsanwaltschaft Stralsund rechnet gegen Ende der Woche mit Ergebnissen. Bis dahin liege voraussichtlich auch der Bericht der Dekra vor, sagt Oberstaatsanwalt Sascha Ott. Die Gutachter prüfen unter anderem, wie schnell das Auto zum Zeitpunkt des Unfalls war. Nach dem Crash hatte die Tachonadel 140 km/h angezeigt. „Das sagt nichts über die tatsächliche Geschwindigkeit aus“, stellt Ott klar. Der Wert sei wahrscheinlich durch den Aufprall verfälscht worden.

Für die Hinterbliebenen beginne nun die harte Trauerarbeit, weiß Polizeiseelsorger Hanns-Peter Neumann. „Plötzliche Todesfälle erschüttern die Angehörigen massiv.“ Umso wichtiger sei es, sie damit nicht allein zu lassen. Das gelte auch für Einsatzkräfte. „Bilder wie die von Groß Kiesow kriegt man nie aus dem Kopf, aber man muss mit ihnen leben können.“ Leider herrsche bei Polizei und Feuerwehren oft „die Mentalität ,wir sind harte Kerle und kommen allein klar’“, bedauert Neumann. Er warnt davor, schreckliche Erlebnisse zu verdrängen.

Zahl der Verkehrstoten steigt leicht

93 Menschen sind im vergangenen Jahr auf den Straßen Mecklenburg- Vorpommerns ums Leben gekommen – das war ein Todesopfer mehr als 2014. In diesem Jahr sind bislang mindestens 50 Menschen tödlich verunglückt.

Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle im Nordosten hatte im Jahr 1991 mit 624 Verkehrstoten ihren Höchststand erreicht und war seither kontinuierlich gesunken – bis vor drei Jahren. Im Jahr 2013 starben insgesamt 80 Menschen. Seither steigt die Zahl der Opfer wieder leicht an.

Antje Bernstein

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