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MV aktuell Wildpinkler am A-20-Loch: Den Böhlendorfern stinkt es
Nachrichten MV aktuell Wildpinkler am A-20-Loch: Den Böhlendorfern stinkt es
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00:03 14.06.2018
Ein Schild gegen Wildpinkler (rechts): Es weist in Böhlendorf Autofahrer darauf hin, die Toilette am Parkplatz Lindholz zu benutzen. Quelle: Stefan Sauer
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Böhlendorf

Vielen Einwohnern von Böhlendorf reicht es. Seitdem die A 20 bei Tribsees gesperrt ist, rollen täglich Tausende Autos und Lkw durch ihr Dorf. Die Grenzen der Belastbarkeit seien schon längst überschritten, sagt Günter Gregori. Man wolle und könne sich damit nicht mehr abfinden. Aus diesem Grund haben er, seine Frau Barbara und Kai Beutel die Bürgerinitiative „Umleitung A 20“ ins Leben gerufen. Diese möchte sich übrigens nicht nur für die Belange der Böhlendorfer einsetzen, sondern sich auch für die Einwohner von Langsdorf und Breesen stark machen.  „Viele Dorfbewohner schlafen nicht mehr durch, manch einer wird krank“, heißt es seitens der Initiative. Hier müsse man gegensteuern. „Auch die Angst um unsere Kinder lässt uns nicht mehr schlafen.“ Es werde gerast und an den unmöglichsten Stellen überholt. Außerdem werde häufig gehupt, was in geschlossenen Ortschaften nur im Notfall erlaubt ist. 

Sämtliche Schilder werden missachtet

Ein weiteres großes Problem, das mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stinkt: Nicht wenige Autofahrer verrichten ihre Notdurft auf Grundstücken der Anlieger, obwohl ein Schild an der Umleitungsstraße der A 20 darauf hinweist, dass das im Umfeld der Straße verboten ist. Stattdessen wird der Autofahrer aufgefordert, die Toiletten am vier Kilometer entfernten Parkplatz Lindholz aufzusuchen. „Doch sämtliche Schilder werden missachtet. Die guten Sitten sind außer Kraft gesetzt und dies auf unsere Kosten. Wir müssen immer mehr erdulden!“, machen die Mitglieder der Initiative deutlich.  Etwas ruhiger sei es zwar geworden, nachdem in Böhlendorf ein Blitzer installiert wurde, erzählen Bewohner. Wer allerdings auf der Rückseite der Radarfalle wohne, der habe davon nichts, ganz das Gegenteil sei der Fall, denn dahinter geben die Autofahrer wieder richtig Gas.

Initiative stellt sich am Donnerstag vor

„Minister Pegel hat am 5. Juni bekannt gegeben, dass er ab Oktober für weitere Umgehungsstrecken sorgen will, weshalb nicht sofort?“, fragen die Mitglieder der Bürgerinitiative. Sie fordern regelmäßige Information der Verantwortlichen und regelmäßige Polizei- und Laserkontrollen sowie strikte Einhaltung von Tempo 30. Weitere Forderungen sind: Kein Hupen ohne wichtigen Grund und kein Überholen mit erheblich erhöhter Geschwindigkeit innerhalb der Ortschaft. Und es müsse verhindert werden, dass Autofahrer das Umfeld von Garagen und die Grundstücke der Anlieger als Toilette nutzen. Man befürchte, so heißt es seitens der Initiative weiter, dass es bis zur Fertigstellung der Behelfsbrücke länger als angekündigt dauern werde. Und was wird, wenn die Autobahn endlich wiederhergestellt ist? „Wir wollen uns dafür stark machen, dass Tempo 30 dauerhaft festgelegt wird und der Blitzer stehen bleibt. Zumindest für einen bestimmten Zeitraum nach Eröffnung der neuen Autobahn.“  Um möglichst viele Betroffene aus Böhlendorf, Langsdorf und Breesen ins Boot zu holen, wird sich die Initiative am morgigen Donnerstag im Saal des Breesener Kulturhauses vorstellen, kündigte Barbara Gregori an. „Hier möchten wir auch darüber informieren, welche weiteren Schritte geplant sind.“ Veranstaltungsbeginn wird um 19 Uhr sein. Als Gäste werden der Langsdorfer Bürgermeister Hartmut Kolschewski und Ronald Normann vom Landesamt für Straßenbau erwartet. Günter Gregori: „Wir wollen durch unsere Initiative eine höhere Akzeptanz bei unseren Politikern erreichen. Im Dezember 2017 versprach Verkehrsminister Pegel, sich im Januar 2018 mit uns in Verbindung zu setzen. Auch mehr Transparenz wurde zugesichert. Nichts davon hat er eingehalten.“

Edwin Sternkiker

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