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„Wildtiere gehören nicht auf die Bühne“

„Wildtiere gehören nicht auf die Bühne“

Große Mehrheit der Leser lehnt Elefanten auf der Opernbühne ab / Auftritte schaden dem Dickhäuter

Schwerin – Streit um die Schweriner Schlossfestspiele: Die 32 Jahre alte Elefantenkuh „Mala“ soll zum Triumphmarsch der Verdi-Oper „Aida“ auf die Open-Air-Bühne. Tierschützer schlagen Alarm. Musikfans finden den Auftritt überflüssig. Laut Vertrag zwischen dem Staatstheater und dem Elefantenhof Platschow (Ludwigslust-Parchim) soll „Mala“ vom 8. Juli bis 14. August in 23 Vorstellungen mit Kopfschmuck je zwei Minuten zwischen Kulisse und Publikum laufen und sich einmal den Zuschauern zuwenden. An- und Abfahrt im Transporter dauern jeweils eine Stunde, auf einer Wiese am Theater soll sich das Tier erholen. OZ-Leser diskutieren in Briefen und auf der Facebook-Seite über den Sinn oder Unsinn des geplanten Auftritts.

Markus Florian Meier notiert empört: „Ekelhaft. Und das in der heutigen Zeit. Da sollte man aufgeklärter sein. Wäre schön, wenn man sich eher für den Schutz der Dickhäuter in Afrika engagieren würde, anstatt sie zu einer unwürdigen Zirkusnummer zu degradieren.“ Auch Angela Grewe lehnt das Vorführen des Tieres ab. „Sie sind nicht unsere Leibeigenen! Sie haben ein Leben in Freiheit und Schutz durch uns verdient und mehr als nötig. Lasst endlich alle Tiere artgerecht leben. Katastrophen entstehen immer nur durch die Spezies Mensch!“ Unsere Leserin Susanne Kaufhold unterstützt das: „Ganz meiner Meinung, sehr gut geschrieben!“

Für Yvonne Broedner spielt der Konsument eine zentrale Rolle. „Wir als Verbraucher müssen sagen: Nein! Wir bezahlen keinen Eintritt mehr für Zirkus und so weiter.“

Ein Wildtier wie „Mala“ gehöre nicht auf die Bühne, schreibt OZ-Leserin Katharina Altmann . „Euch legt ja auch keiner an die Leine!“ Billige Effekthascherei, formuliert Johann Georg . Als unsinnig empfindet ebenso Jana Sprindt die geplante Inszenierung. „Eine Stunde Fahrt für zwei Minuten Auftritt. Völlig unnötig das Ganze!“

Martina Weber aber argumentiert: „Zwei Minuten umherlaufen ist doch nichts. Wenn es der Elefant gerne macht, ist es doch schön.“ Intelligente Tiere bräuchten schließlich mehr Anregung als den ganzen Tag auf einer Wiese herumzustehen. Im vorliegenden Fall hält auch Ulrich Eichholz den Ruf nach Tierschutz für übertrieben. Der sei da gut, wo es angebracht sei. Ein Beispiel: „Wenn sinnlos mehr als 50 Schwäne abgeknallt oder Giftköder gegen Katzen und Hunde ausgelegt werden. Aber dressierte Elefanten unter dem Deckmantel Tierschutz am Auftritt zu hindern, ist einfach albern und völlig daneben. Dem Elefanten macht es Spaß, Erlerntes zu zeigen und dafür belohnt zu werden. Das verstößt in keiner Weise gegen den Tierschutz.“

Und auch Bianka Lindner erklärt sich einverstanden: „Zirkustiere gibt es schon immer. Ekelhaft indes finde ich, wenn Hunde und Katzen mit im Bett schlafen oder am Tisch menschliches Essen verzehren. Das ist unnatürlich!“ Mit der Frage, woher der Mensch wissen wolle, dass es dem Tier Spaß bereite, mischt sich Monique Mensel in die aktuelle Debatte ein. „Macht es ,Mala’ wirklich aus Spaß oder weil sie Angst vor Konsequenzen hat? Ich habe reichlich Videos gesehen, wie den Elefanten die Kunststücke beigebracht werden. Das hat nichts mit Freude zu tun. Das ist Terror! Mein schönstes Erlebnis war es, Elefanten in den Kenianischen Parks zu beobachten. So anmutig und frei. Da bricht es einem das Herz, sie hier so zu sehen!“

Juliane Lange

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