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Windbranche: Steuern zu hoch

Rostock Windbranche: Steuern zu hoch

Netzwerk für niedrigere Mehrwertsteuer / Tagung in Rostock

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Rostock. . Die Akzeptanz für die Windkraft könnte nach Ansicht des Windenergie-Netzwerks MV mit einer Senkung der Stromkosten für die Verbraucher spürbar gesteigert werden. Die Gelegenheit etwa für Steuersenkungen sei auch dank der Haushaltsüberschüsse da, sagte der Netzwerk-Vorsitzende Andree Iffländer vor der 6. Zukunftskonferenz „Wind & Maritim 2017“, das am Mittwoch und Donnerstag in Rostock stattfindet.

Andree

Iffländer FOTO: C. KETTLER

Iffländer schlug vor, den Mehrwertsteuersatz für erneuerbare Energien von 19 auf 7 Prozent herabzusetzen. Die Akzeptanz für die erneuerbare Energie trage letztlich dazu bei, die deutschen Klimaziele durchzusetzen. Bis 2020 will Deutschland seine Treibhausgas-Emissionen gegenüber dem Jahr 1990 um mindestens 40 Prozent reduzieren.

Positiv sei, dass in wenigen Jahren einige Offshore-Windparks schon ohne Bezuschussung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auskommen werden. „Das bedeutet, dass die Technologie Wind wettbewerbsfähig geworden ist.“ Das werde sich nur zeitverzögert in den Stromrechnungen der Verbraucher niederschlagen, sagte Iffländer. Zurzeit liege die durchschnittliche Vergütung für Offshore-Wind über 20 Jahre gerechnet bei 10 bis 11 Cent pro Kilowattstunde. „Insgesamt ist in Deutschland der Anteil an Steuern und Abgaben mit 55 Prozent am Strompreis viel zu hoch“, betonte Iffländer. Die Staatskasse profitiere von den hohen Steuern, aber letztlich tragen die hohen Abgaben mit zum Unwillen der Bevölkerung gegenüber dem Ausbau der Windenergie bei.

Es sei auch nicht zu akzeptieren, dass die Netzausbau-Kosten nur in den Bundesländern umgelegt werden, in denen Leitungen gebaut werden. „Die Umlegung auf alle Verbraucher ist ein Gebot der Solidarität“, schloss sich Iffländer einer Forderung der Schweriner Landesregierung an. Ein Land wie MV sei zudem mit seiner geringen Zahl von Einwohnern von den Kosten viel mehr betroffen als ein bevölkerungsreiches Land. Auch sei der Anteil klimaschädlich erzeugten Braun- und Steinkohlestroms im Netz zu hoch, kritisierte der Experte. Dies führe dazu, dass regenerative Quellen immer wieder abgeschaltet werden müssen. Damit würden die Klimaziele weiter in die Ferne rücken. „Wir haben rund 20 Gigawatt schmutzigen Kohlestrom im Netz, davon stammen 17 aus der Braunkohle.“ Es müsse das Ziel sein, jedes Jahr zwei Gigawatt Kohlestrom vom Netz zu nehmen. „Aber dafür gibt es bisher keine Strategie.“ Auch die sogenannte Abregelung von regenerativen Quellen werde über das EEG finanziert.

Bei der Konferenz „Wind & Maritim“ treffen sich rund 350 Branchenexperten, um über den Stand der Energiewende und künftige Markt- und Technologietrends zu sprechen.J. Mangler

OZ

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